Modernes Unternehmen mit Lkw-Verladebrücken auf Wachstumskurs

Rite-Hite in Volkmarsen bietet Logistik-Lösungen für Europa

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Die Firma Rite-Hite in Volkmarsen produziert Verladebrücken und Sicherheitssysteme für Logistikunternehmen. Das Verriegelungssystem, vor dem Geschäftsführer Michael Hengl (rechts) und Marketing-Mananger Thorsten Mauritz stehen, soll das unbeabsichtigte Wegfahren der Lastwagen an der Laderampe verhindern.

Verladebrücken für Logistikhallen und Rückhaltesysteme, die die Arbeit an Laderampen sicherer machen, sind das Spezialgebiet, auf dem die Firma Rite-Hite weltweit Maßstäbe setzt.

Volkmarsen. Die Unternehmenszentrale für Europa hat ihren Sitz im Volkmarser Gewerbegebiet am Wetterweg. 2004 hatte das amerikanische Unternehmen Rite-Hite seinen deutschen Mitbewerber Caema aufgekauft und seitdem das Geschäft mit Verladesystem systematisch ausgebaut.

Seit einem Jahr wird hier kräftig investiert: Die frühere Halle eines Volkmarser Sanitärinstallateurs dient Rite-Hite inzwischen als Showroom für eine schicke Präsentation sonst meist nur beiläufig wahrgenommener Konstruktionen im Arbeitsalltag.

Teil der modernen Lieferketten

Verladerampen, Schnelllauftore und Kältebrücken sind durchweg clevere Konstruktionen, ohne die das moderne Leben nicht möglich wäre. Schließlich funktioniert der Alltag in vielen Bereichen nur noch dank gut abgestimmter Lieferketten, die von Lastwagen mit und ohne Kühlung am Laufen gehalten werden.

Hier werden Verladebrücken verladen: Während im Hintergrund an der nächsten Erwe iterung gebaut wird, bewegt ein Gabelstapler Volkmarser Verladebrücken.

Wenn zum Beispiel Tiefkühlkost unter nahtloser Einhaltung der Kühlkette vom Hersteller über die Umschlagstationen des Handels bis in die Kühlregale der Supermärkte gelangen sollen, dann müssen Logistikhallen und Laderampen von Supermärkten mit wärmeisolierenden Toren ausgestattet sein, wie sie bei Rite-Hite hergestellt werden.

Beitrag zur Arbeitssicherheit

Zu den Spezialitäten von Rite-Hite gehören aber die vielfältigen Sicherheitssysteme, die ein vorzeitiges Wegfahren des Lastwagens verhindern, wenn der Be- und Entladevorgang noch nicht beendet ist. Fehlt diese Wegfahrsperre, kann der Staplerfahrer mit seinem Arbeitsgerät abstürzen und sich verletzen.

Ebenso hat Rite-Hite Haltesysteme entwickelt, die verhindern, dass Gabelstapler Rampen hinabstürzen. Die Halteeinrichtungen können auch tonnenschwere Gefährte in Bewegung stoppen. Das kann Leben retten.

Glasfaserkabel auf eigene Kosten

In Volkmarsen beschäftigt das Unternehmen rund ein Viertel seiner europaweit 330 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz in Europa betrug im vergangenen Jahr rund 50 Millionen Euro. Die Nachfrage nach cleveren Verladesystemen ist seit Jahren so groß, dass sich Rite-Hite zu kräftigen Investitionen am Standort Volkmarsen entschlossen hat.

So wurden und werden Lagerhallen errichtet, die Produktion immer effizienter getaktet. Aktuell werden zwei moderne Schweißroboter installiert, die die Produktion beschleunigen und noch effektiver machen sollen. Die Schweißroboter machen keine Arbeitsplätze überflüssig, sondern schaffen zusätzliche, qualifizierte Bedienerplätze. 

Europaweit wettbewerbsfähig

„Mit modernen Maschinen und motivierten Mitarbeitern schaffen wir es, die Produktionsstückkosten so niedrig zu halten, dass wir hier in Volkmarsen mit Niedriglohnländern wie Polen und China Schritt halten können“, freut sich Geschäftsführer Michael Hengl. Die einzigen Probleme seien die Rekrutierung von genügend gut ausgebildeten Fachkräften aus der Metallbranche, aber auch aus dem Bereich Entwicklung. 

Hier werden die neuen Schweißroboter installiert, die zusätzliche High-Tech-Arbeitsplätze in Volkmarsen schaffen.

Dabei hat Rite-Hite eine Menge zu bieten wie zusätzliche Urlaubstage, Obstkörbe, Getränke und besondere Standards bei der Arbeitssicherheit und ein transparentes Entlohnungssystem. Große Anstrengungen hat die Geschäftsleitung in eine bessere Internetversorgung gesteckt: Ganze sechs Megabit pro Sekunde hat das Telefonnetz im Gewerbegebiet noch vor wenigen Monaten hergegeben. 

Ohne schnelles Internet geht es nicht

Deshalb hat Rite-Hite auf eigene Kosten von der Telekom eine Glasfaserleitung verlegen lassen. Schnelles Internet sei nun mal wichtig, wenn man große Datenmengen, Baupläne und manches mehr in alle Welt verschicken müsse. Und weil dann für die vielen neuen Maschinen auch noch zusätzliche Stromleitungen nötig waren, hat Rite-Hite die auch noch auf eigene Kosten verlegen und einen neuen Transformator aufstellen lassen. 

Rund 100.000 Euro habe das Unternehmen für Strom und Telekommunikationsleitungen ausgeben, so Hengl. Das sei ebenso ärgerlich wie die vielen Funklöcher im ganzen Land. Hengl: „Wir haben ständige 35 Servicefahrzeuge mit Technikern in ganz Europa unterwegs. Die sollen sich vernetzen, Fotos machen von ihren Baustellen, Materialanforderungen schreiben und alle wichtigen Vorgänge melden. Wie soll das funktionieren, wenn es überall so große Funklöcher gibt?“

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