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Rollendes Röntgen-Labor steht drei Monate in Volkmarsen

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Von: Elmar Schulten

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Ein Mann und zwei Frauen stehen an einem modernen Röntgengerät.
Mammographie-Untersuchungen in Volkmarsen: Bürgermeister Hendrik Vahle lässt sich von der medizinischen Fachkraft mit Röntgenausbildung, Nadine Reibig, und Geschäftsführerin Leonie Fehsinger (rechts) die Arbeitsweise in der rollenden Radiologie-Praxis erläutern. © Elmar Schulten

Ein Lastwagen voll mit moderner Röntgentechnik ist seit Ende November auf dem Parkplatz vor der Nordhessenhalle stationiert. Bis Anfang März haben hier täglich rund 50 Frauen im Alter über 50 Jahren die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Untersuchungen zur Brustkrebsvorsorge vornehmen zu lassen.

Beim sogenannten Mammographie-Screening werden Röntgenbilder der weiblichen Brust aufgenommen. Die Befundung erfolgt in Kassel durch ein Team erfahrener Fachärzte. Dabei beurteilen regelmäßig zwei Mediziner unabhängig voneinander jedes einzelne Röntgenbild. Verdachtsfälle werden einmal pro Woche in einer größeren Mediziner-Konferenz beraten.

Nach fünf bis sieben Tagen erhalten die Frauen eine gesicherte Mitteilung über das Untersuchungsergebnis und werden gegebenenfalls zu einer weitergehenden Untersuchung eingeladen,, wie Geschäftsführerin Leonie Fehsinger erläutert.

Hohe Entdeckungsrate

Den Patientinnen mit Verdacht wird eine Biopsie unter Sonographie oder eine minimalinvasive Biopsie unter Röntgenkontrolle angeboten. In diesen Fällen lag die Entdeckungsrate von Karzinomen 2020 bei 96,1 Prozent.

Organisiert wird das Mammographie-Screening von einer gleichnamigen GbR, die mit zwei modernen Röntgen-Fahrzeugen und drei stationären Praxen am Start ist. Alle zwei Jahre werden Frauen über 50 im Regierungsbezirk angeschrieben und zum Screening eingeladen.

Jedes Jahr Einladung an 35.000 Frauen

Die Abrechnung erfolgt bei gesetzlich Versicherten direkt über die Versichertenkarte. Privatversicherte erhalten eine Rechnung, die sie bei ihrer Versicherung einreichen können, berichtet Geschäftsführerin Leonie Fehsinger. Die Adressen erhält die Mammographie-Firma über die Kassenärztliche Vereinigung von den Einwohnermeldeämtern.

Wer einer Weitergabe seiner Adresse im Rathaus widersprochen hat, erhält keine Einladung. Jedes Jahr lassen sich rund 35. 000 Frauen im Regierungsbezirk untersuchen. Die Strahlungsdosis, die bei einer Mammographie-Untersuchung mit modernen Geräten anfällt, entspricht der eines dreistündigen Transatlantikfluges, versichern die Medizinisch-technisch Radiologie-Assistentinnen (MTRA), die das Röntgengerät bedienen. (Elmar Schulten)

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