1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Volkmarsen

Rückhaltewerk Ehringen wird überprüft und Stauvolumen kurze Zeit verringert

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Bauphase am Hochwasserrückhaltebecken Ehringen kurz vor der Einweihung 2008. Eine reguläre Überprüfung findet nunmehr statt, dafür muss der Stau reduziert. Das Bild zeigt im Vordergrund den Grobrechen und in der Mitte das Ablaufbauwerk, das den normalen Durchfluss der Erpe erlaubt.
Bauphase am Hochwasserrückhaltebecken Ehringen kurz vor der Einweihung 2008. Eine reguläre Überprüfung findet nunmehr statt, dafür muss der Stau reduziert. Das Bild zeigt im Vordergrund den Grobrechen und in der Mitte das Ablaufbauwerk, das den normalen Durchfluss der Erpe erlaubt. © Armin Haß

Der Einstau und damit die Schutzwirkung des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) in der Erpe vor Ehringen ist verringert worden. Grund ist eine Überprüfung der Rückstauanlage, die 2008 in Betrieb genommen wurde.

Volkmarsen-Ehringen – Der Hessische Wasserverband Diemel führe geotechnische Untersuchungen und Vermessungsarbeiten am Damm und am Absperrbauwerk der Stauanlage „HRB Ehringen/Erpe“ durch, teilte dazu die Geschäftsführerin des Verbands, Nicole lipphardt (Liebenau), mit.

Reguläre Überprüfung angekündigt

Die Untersuchungen erfolgten im Rahmen der regulären Betriebsüberprüfungen und seien mit der Aufsichtsbehörde beim RP Kassel abgesprochen worden.

Vorsorglich hat die Talsperrenaufsicht beim RP Kassel eine sogenannte Stauzielbegrenzung für das HRB Ehringen ausgesprochen, die den maximalen Einstau von bisher 210,70 Metern über Meeresspiegel (m+NN) vorübergehend auf eine Höhenkote von 206,00 m+NN festlegt. Dadurch ist die Hochwasserschutzwirkung des Beckens derzeit auf ein zehnjährliches Hochwasserereignis beschränkt.

Das packt das Staubecken

Das Becken bewirkt mit den örtlichen Ausbaumaßnahmen einen planmäßigen Schutz für ein 75-jährliches Ereignis. Zudem können die Auswirkungen eines 100-jährigen Hochwassers gemildert werden.

Lipphardt: „Dass es keinen absoluten Schutz vor Überflutung gibt, ist den Ehringern seit langem bewusst.“ Wegen der Einschränkungen werde aber um besondere Aufmerksamkeit gebeten.

Zur Sicherheit Sandsäcke

Aufgrund des derzeit verminderten Schutzgrades seien bereits alle Verantwortlichen informiert sowie betriebliche Vorkehrungen umgesetzt. Die Freiwilligen Feuerwehren in Ehringen und in Volkmarsen gehören ebenso dazu wie der Bürgermeister und die Behörden.

Der Hessische Wasserverband Diemel hat nach Auskunft der Geschäftsführerin seine Bereitschaft verstärkt und am Hochwasserrückhaltebecken Ehringen/Erpe sicherheitshalber 20 Tonnen Sand und 500 Sandsäcke für den Notfall gelagert. Auch ständen Notstromaggregate bereit. „Ich hoffe, dass die Untersuchungen im Mai abgeschlossen werden können“, sagt Nicole Lipphardt auf Nachfrage der WLZ.

Die Maße des Bauwerks

Zudem hoffe sie, dass nicht gerade jetzt bei den Sicherheitsüberprüfungen, deretwegen der Stau begrenzt werde, ein sehr viel stärkeres Hiochwasser als bisher komme.

Das 2008 eingeweihte Rückhaltewerk verfügt parallel zum Bahndamm über einen Damm, der an der Krone 220 Meter lang und zehn Meter hoch ist. Bei dem Hochwasser im vorigen Jahr waren gerade vier Meter erreicht, so viel wie noch nie zuvor.

So wird geprüft

„Wenn wir schon so ein schönes Stauwerk haben“, so Nicole Lipphardt, Geschäftsführerin des Hessischen Wasserverband Diemel dann muss es auch halten, und das muss auch überprüft werden.“ Die Arbeiten seien „unspektakulär“, Schürfe und das Einbringen von Prüfsonden gehörten dazu, um die Belastbarkeit zu untersuchen . Und: „Nach den Hochwassern im vorigen Sommer im Ahrtal ist das nicht der einzige Damm, der überprüft wird.“

Die Staufläche am Hochwasserrückhaltebecken erstreckt sich über 37,6 Hektar mit einem Volumen von 1,43 Millionen Kubikmetern. Zum Vergleich: Der Sommerstau des Twistesees beläuft sich im Schnitt auf 4,7 Millionen Kubikmeter. Die durch Hochwasser in den 60-er Jahren angestoßenen Überlegungen über den Bau eines Staudamms für die Erpe wurde wegen des schwierigen Untergrunds fallen gelassen. (Armin Haß)

Auch interessant

Kommentare