Ein Stück Volkmarser Industriegeschichte 

So fiel der Schornstein an der alten Volkmarser Ziegelei

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So fiel der Schornstein an der alten Volkmarser Ziegelei.

Volkmarsen. Die beiden Schornsteine der alten Ziegelei waren unterhalb der Kugelsburg schon fast so etwas wie Wahrzeichen der Moderne. Gestern ist einer von ihnen gefallen, dahingerafft von ein paar Kilogramm Sprenggelatine, die Sprengmeister Eduard Reisch aus Landsberg/Lech am Fuße des 46 Meter hohen Bauwerks platziert hatte.

Bei der Zündung wurde ein Keil aus dem Turm mit seinen rund 3,50 Meter Durchmesser geschlagen. Dadurch fiel der Koloss fast so wie ein Baum von Forstleuten gefällt wird.

Die Trümmer landeten zielgenau auf dem Sandbett, das zum Schutz der Fahrbahn auf dem Firmengelände aufgebaut worden war.

Die weiträumige Absperrung des Geländes hatte die Feuerwehr unter Leitung von Stadtbrandinspektor Kai Wiebusch und Wehrführer Torsten Tegethoff übernommen und zudem einen Wasserschleier gelegt, um den nach der Sprengung erwarteten Staub am Boden zu halten.

Es ging alles sehr schnell

Die Nachricht von der bevorstehenden Sprengung hatte sich schnell in Volkmarsen herumgesprochen. Zahlreiche Zaungäste verfolgten das denkwürdige Ereignis aus sicherer Entfernung. Als der Sprengmeister seine Warnsignale gegeben hatte, ging alles ganz schnell: Zwei dumpfe Explosionen, dann neigte sich der Turm und zerbrach in viele Teile.

Für Armin Flore, der quasi im Schatten des Schornsteins aufgewachsen ist, war die Sprengung zwar auch ein einscheidendes Ereignis. Aufgrund der vielen Risse im gut 70 Jahre alten Bauwerk bleib ihm aber kaum eine andere Wahl als den Abriss in Auftrag zu geben.

Was geschieht mit dem zweiten Schornstein?

Ziegelsteine werde in der angrenzenden Halle schon lange nicht mehr gebrannt. Seit Mitte der 80er Jahre lagert die Firma Wienerberger Ziegelindustrie hier ihre Bausteine aus begranntem Ton.

Die Firma Flore hat hier die Fahrzeuge ihres Fuhr- und Baggerbetriebs untergestellt und betreibt eine eigene Erddeponie mit Recyclinganlage. Der rissige Schornstein bedeutete hier nur eine unkalkulierbare Gefahr.

Der zweite Schornstein ist relativ neu verfugt, standsicher und dient mehreren Mobilfunkanbietern als Antennenmast. Der wird so bald wohl nicht fallen müssen.

Bildergalerie von der Sprengung des Volkmarser Schornsteins

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