Überlegungen über Repowering der vorhandenen Windmühlen

So hoch könnten neue Windkraftanlagen bei Ehringen werden 

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Von Bad Arolsen aus gesehen: Windkraftanlagen im Raum Ehringen.

Volkmarsen-Ehringen. Höher und leistungsfähiger könnten die neuen Windkraftanlagen bei Ehringen werden. Die vorhandenen fünf Anlagen würden verschwinden. Alles ist aber nur Zukunftsmusik.

Eines von zwei Windvorranggebieten in der Großgemeinde Volkmarsen befindet sich in Ehringen und wurde schon vor fast 20 Jahren mit fünf aus heutiger Sicht kleinen Windkraftanlagen bebaut. Zwei Jahre vor Auslaufen der damals vereinbarten, aus heutiger Sicht sehr lukrativen, Einspeisevergütung laufen sich im Hintergrund die Interessenten für das so genannte Repowering warm, wie in der Ausschusssitzung am Mittwoch deutlich wurde.

 Was genau ist geplant?

Der englische Begriff beschreibt den Abriss der alten Windkraftanlagen der ersten und zweiten Generation, um Platz zu schaffen für die modernsten Windkraftanlagen mit elektrischer Leistung zwischen vier und fünf Megawatt und Gesamthöhen von über 230 Metern. Das ist das Dreifache der bisherigen Anlagenhöhe und bedeutet eine Verzwanzigfachung der elektrischen Leistung je Windkraftanlage. 

Die Größe des Windvorranggebietes bei Ehringen beträgt rund 35 Hektar. Nach Abriss der fünf Altanlagen könnten hier drei neue Anlagen mit 165 Meter Nabenhöhe und 80 Metern Rotordurchmesser entstehen. 

Wann soll es losgehen?

Noch ist Konjunktiv bei all diesen Zukunftsüberlegungen angesagt, denn noch drehen sich die Altanlagen und ihre Eigentümer haben sich noch nicht über ihre weitere Pläne geäußert. Doch schon wurden Projektentwickler unterschiedlicher Firmen in Ehringen gesehen, die angeblich versuchen, Nutzungsverträge für die betreffenden Grundstücke zu bekommen.

 In dieser derzeit noch unübersichtlichen Situation hat sichdie Firma Abo-Wind AG mit Sitz in Wiesbaden offiziell an den Magistrat gewandt und ihr Interesse bekundet, in Ehringen zu investieren. Kurz darauf kam auch eine regional aufgestellte Bürgerwindenergie-Gesellschaft auf den Magistrat zu.

Was sagt die Firma Abo-Wind?

Im Bemühen um möglichst große Transparenz waren am Mittwochabend Steffen Kercher und Manuel Schmuck als Vertreter der Firma Abo-Wind zur Sitzung des Aussschusses für Soziales, Integration und Bauen eingeladen, um ihre Vorstellungen zu präsentieren. Der Vortrag, so wurde betont, erfolgt rein informativ. 

Die Stadt hält selber nur kleine Grundstücksflächen in diesem Bereich. Das Baurecht ist über den Regionalplan vorhanden. Es reicht aus, wenn sich die privaten Grundstückseigentümer mit einem Projektentwickler einigen, der dann sämtliche planungsrechtlichen Fragen mit dem Regierungspräsidium abarbeitet. 

Werden auch Bürger beteiligt?

Die Firma Abo-Wind versprach größtmögliche Nähe zur Stadt und ihren Bürgern. Nach Fertigstellung der Windkraftanlagen würden diese vorzugsweise an Energieversorger aus der Region, zum Beispiel Stadtwerke veräußert. Es seien aber auch die unterschiedlichsten Bürgerbeteiligungsmodelle, zum Beispiel Genossenschaftsmodell denkbar. 

Um Streit zwischen den Grundstückseigentümern zu vermeiden und größt mögliche Flexibilität beim Planungsverfahren zu erreichen werde eine Poolbildung der Grundstückseigentümer angestrebt. Damit habe Abo-Wind in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Waldeck-Frankenberg in Helmscheid, Adorf und Flechtdorf schon beste Erfahrungen gemacht, hieß es. 

Wie würden Pachten geregelt?

In einem solchen Pool würden alle Grundstückseigentümer nach einem vorher festgelegten Verteilungsschlüssel an den Pachteinnahmen beteiligt. 40 Prozent der Pacht gehe dann in der Regel an die Grundstücke, die tatsächlich bebaut würden, 30 Prozent an die unmittelbar benachbarten und betroffenen Grundstücke, die restlichen 30 Prozent würden auf alle anderen, nicht direkt beeinträchtigten Grundstücke aufgeteilt. (es)

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