Bilanz nach dem ersten Jahr der Rettungswache Herbsen

So kommen die Rettungskräfte schneller zum Einsatzort 

Schneller am Einsatzort: Ein Jahr nach der Eröffnung der Rettungswache des DRK in Herbsen gaben DRK-Geschäftsführer Michael Wehmeyer ((4. von links) und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese (2. von rechts) einen Überblick über die Verbesserung der Einsatzbereitschaft. Unser Bild zeigt außerdem, von rechts: Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Ersten Stadtrat und CDU-Vorsitzenden von Volkmarsen, Thomas Viesehon, den Rettungssanitäter Artur Berger und MdL Armin Schwarz. Foto: Armin Haß

Volkmarsen-Herbsen. Innerhalb von einer Minute nach Alarmierung müssen die Retter im Einsatzfahrzeug sitzen, innerhalb von zehn Minuten den Patienten erreichen. Durch die Rettungswache des DRK in Herbsen ist man dem Ziel deutlich näher gerückt, wie eine Bilanz ein Jahr nach Inbetriebnahme ergibt.

Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes informierten sich rund 40 interessierte Bürger über die an der Durchgangsstraße errichtete Wache des DRK-Kreisverbandes Korbach-Bad Arolsen. In den Einsatzbereichen in Bad Arolsen, Diemelstadt und Volkmarsen konnte die im Hessischen Hilfeleistungsgesetz festgelegte Zehn-Minuten-Frist 2017 bereits in 84,6 Prozent der Fahrten des Rettungsteams eingehalten werden, so DRK-Geschäftsführer Michael Wehmeyer. Da war die Rettungswache gerade ein halbes Jahr in Betrieb.

Das ist das Ziel

Im Vorjahr betrug der Anteil der Fahrten, in der die Hilfeerreichungsfrist eingehalten wurde, 74,2 Prozent. Bei 90 Prozent wäre das gesetzliche Ziel erreicht.

Im Zeitraum 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 rückte das Rettungsfahrzeug von der Herbser Wache zu 1069 Fahrten aus, wie DRK-Geschäftsführer Wehmeyer weiter berichtete. Bei 539 Notfallfahrten mit Sonderrechten ging es um lebensbedrohliche Situationen, bei den 468 Fahrten ohne Sonderrechte konnten Martinshorn und Blaulicht ausgeschaltet bleiben. In 62 Fällen wurden Krankentransporte ausgeführt. 

So oft geht es auf die Autobahn

Eine untergeordnete Rolle spielen laut Wehrmeyer die höchstens zehn Einsätze auf der Autobahn 44 auf dem Streckenabschnitt Diemelstadt-Warburg in Fahrtrichtung Kassel. Die Anzahl der Einsatzfahrten insgesamt nimmt zu, deswegen wurde die Rettungswache Herbsen so angelegt, dass bereits jetzt ein zweites Zweier-Team dort Platz fände und noch eine weitere Garage für ein zweites Rettungsauto angebaut werden kann.

Wie mit dem Zirkel gezogen, wurde der Standort in Herbsen festgelegt. Dadurch können Orte wie Ehringen oder die östlichen Ortsteile von Diemelstadt, schneller als dies bisher von der Hauptwache in Bad Arolsen aus möglich war, erreicht werden. Der Station in der Residenzstadt, von der auch der Notarztwagen ausrückt, ist die Wache in Herbsen als Partnerstation zugeordnet.

Das ist der Einsatzbereich

Während Welda von Herbsen aus bedient wird, werden die Diemelstädter Orte im Roten Land vom Rettungsdienst in Marsberg versorgt. 

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat als Träger des Rettungsdienstes zusammen mit den Leistungserbringern, wie DRK, Johanniter oder Pro Medica, 2017 begonnen, die Anzahl der Rettungswachen von elf auf 15 im kommenden Jahr zu erhöhen.  Bislang stand der flächengroße und dünn besiedelte Kreis im Bundesland weit hinten bei der Einhaltung der gesetzlichen Frist.

Modernste Leitstelle Hessens

 Der Kreis hat außerdem die Leitstelle neu ausstatten lassen, sodass sie die modernste in Hessen ist, wie Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese erklärte. Dort werden über den Notruf 112 die Einsatzfahrten organisiert. 

An den vier Hauptstandorten Bad Arolsen, Korbach, Bad Wildungen und Frankenberg sei zusätzlich ein Fahrzeug für tagsüber stattfindende Krankentransporte stationiert worden. Damit sollen die Rettungswagen für Notfälle freigehalten werden.

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