Geberkonferenz zur Finanzierung geplant

Stadt Volkmarsen bekennt sich zu historischem Projekt im Mikwe-Haus

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Das Mikwe-Haus im Volkmarser Steinweg 24 mit dem historischen Kellergewölbe aus dem Mittelalter: Ernst Klein und Manfred Flore vom Verein „Rückblende - gegen das Vergessen“ würden das Gebäude gerne für Museumszwecke erwerben. 

Volkmarsen. Meilenstein für das Projekt „Mikwe-Haus“: Das Stadtparlament hat am Dientagabend einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen, den Verein Rückblende - Gegen das Vergessen bei seinem historischen Projekt im Haus „Steinweg 24“ zu unterstützen.

Konkret wurde ein Beschluss gefasst, mit dem die Stadtverordnetenversammlung erstmals „das außergewöhnliche Engagement“ des Vereins Rückblende in den vergangenen 22 Jahren förmlich anerkennt. Eine längerfristige Weiterführung der Dauerausstellung als außerschulischer Lernort wird als „positiv und sinnvoll eingeschätzt“.

Gleichzeitig erkennt die Stadt die Notwendigkeit zur Erhaltung der Mikwe an und unterstützt grundsätzlich das vom Verein Rückblende konzipierte Projekt „Steinweg 24 - Altes erhalten und Neues gestalten.“

Stadt Volkmarsen, Landkreis waldeck-Frankenberg und alle potenziellen Unterstützer wollen nun gemeinsam versuchen, schnellstmöglich eine Geberkonferenz einzuberufen, um Spenden zur finanzierung des Gebäudeankaufs und der Umsetzung des projektes einzuwerben.

Die Stadt Volkmarsen bezuschusst das Vorhaben mit maximal zehn Prozent der Investitionssumme. das sind nach jetzigem stand 32 000 Euro. Den gleichen Betrag soll auch der Landkreis beisteuern.

Zusammen mit weiteren, bereits eingeworbenen Großspenden verfügt der Verein nun über gut die Hälfte des mit 210 000 Euro aufgerufenen Kaufpreises für das komplett sanierte Fachwerkhaus mit der im Keller freigelegten, mittelalterlichen Mikwe. Das jüdische Ritualbad gilt als Beweis dafür, wie tief verwurzelt die jüdische Gemeinde in früheren Jahrhunderten in Volkmarsen war.

Damit kann das Mikwe-Haus Zentrum eines historischen Forschungs- und Dokumentationszentrums werden.

Ernst Klein, der als Vorsitzender des Vereins rückblende schon seit Jahren für das Projekt arbeitet, freute sich über den einstimmigen Beschluss des Stadtparlamentes und die formelle Anerkennung für das Projekt. Mit diesem klaren Bekenntnis im Rücken könne er sich nun wieder auf die Suche nach weiteren Spendern machen.

Ausdrücklich dankte er der Verkäuferin des Hauses für ihre Geduld. Er wisse wohl, dass es weitere Kaufinteressenten gebe. Umso schöner sei es, dass die Tür für die historische Dokumentation offengehalten werde.

Das Gebäude sei bestens in Schuss. Die eingeplanten Umbaukosten bezögen sich nur auf die Erschließung der Oberen Etagen für Menschen mit Gehbehinderungen. Für diese Umbauten sei es jedoch einfacher Zuschüsse zu bekommen als für den reinen Kaufpreis.

Hierfür setzte er große Hoffnungen in die geplante Geberkonferenz Ende August.

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