Domanialverwaltung und waldeckische Kommunen

Stadt Volkmarsen geht unter die  Holzverkäufer

Ein historisches Foto: Bei einem Waldbegang im Volkmarser Forst spricht Revierleiter Rolf Henkel (links). Neben ihm Bürgermeister Hartmut Linnekugel und Forstamtsleiter Martin Klein. Nach dem Holzverkauf wird Hessen Forst demnächst auch die Beförsterung abgeben müssen. Foto: Manfred Müller

Volkmarsen. Die Stadt Volkmarsen schließt sich zur Vermarktung des Holzes aus dem rund 850 Hektar großen Wald der geplanten  kommunalen Gesellschaft an. Über die Zukunft sprach der neue Leiter des Forstbereiches und künftige Direktor der Waldeckischen Domanialverwaltung, Hendrik Block.

Block wird auch Geschäftsführer der im kommenden Jahr entstehenden neuen Gesellschaft, mit der sich ein Systemwechsel vollzieht.

Wer beförstert den Wald?

Aus kartellrechtlichen Gründen darf der Landesbetrieb Hessen Forst nicht mehr das Holz vermarkten. Abzusehen ist auch, dass die Beförsterung neu organisiert wird.

Das bisherige Einheitsforstamt hatte in den vergangenen 50 Jahren Vorteile, so Block am Dienstag in der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Sozial-, Integrations- und Bauausschusses. Die anstehende Zerschlagung sei eine Katastrophe auch wenn das Land das so nicht sage.

"Rundum-sorglos-Paket"

Ein „Rundum-sorglos-Paket“ erwarte die Kommunen mit der Beteiligung an der geplanten Gesellschaft. Durch die „schlanke“ Organisation und bei entsprechend hoher Beteiligung durch die Kommunen und Gebietskörperschaften im Kreis steige der Ertrag und könnten sich die Vermarktungskosten senken lassen.

 Zunächst werden diese von 2,50 Euro auf drei bis 3,50 Euro je verkauften Festmeter steigen. Derzeit fallen in Volkmarsen pro Jahr 4000 bis 6000 Festmeter an. Vorgesehen ist eine Förderung durch das Land, abhängig von der Menge des Holzes.

Brennholzverkauf sichergestellt

Die Stadt werde über die Stammeinlage von etwa 3400 Euro an der Gesellschaft beteiligt und bestimme weiterhin, was im Wald zu geschehen habe, versicherte Block. Bürgermeister Hartmut Linnekugel, bekräftigte, dass weiterhin der Brennholzverkauf, die Nachhaltigkeit bei der Beförsterung und die Verteilung des Erlöses für soziale Aufgaben festgeschrieben seien.

Die kommunale Mitsprache bei der Vermarktung wird laut Block über die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat sichergestellt.

Den Entwurf des Gesellschaftsvertrages bekommen die Stadtverordneten vor der Sitzung am kommenden Dienstag zugestellt, wie Block erklärte.

Was läuft denn anders?

„Was läuft denn bei der kommunalen Gesellschaft anders als bei Hessen Forst, wie umgehen wir das Kartellrecht“, fragte Arno Walprecht (Unabhängige Liste).

„Wir vermarkten nur kommunales Holz und sind daher aus dem kartellrechtlichen Bereich heraus“, stellte Block fest.„Mit gut 31 000 Hektar und 230 000 Festmetern hinter der neuen kommunalen Gesellschaft kommen wir auch nicht in den Bereich einer höheren Förderung durch das Land“, fügte der Leiter des Forstbereiches der Waldeckischen Domanialverwaltung hinzu. 

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