Prozess am Korbacher Amtsgericht

Streit um Lärm: Volkmarser soll Nachbarn mit Messer verletzt haben

Das Amtsgericht in Korbach.
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Ein Streit unter Nachbarn landet vor Gericht.

Eine Freundschaft unter Volkmarser Nachbarn endete mit Streit wegen Lautstärke, einem mutmaßlichen Messerangriff und einem Prozess am Korbacher Amtsgericht.

Volkmarsen/Korbach – Ein Streit zwischen Nachbarn über abendliche Lautstärke führte die beiden Volkmarser ins Korbacher Amtsgericht: Der 38-Jährige, der sich vom Lärm gestört fühlte, soll mit einem Messer nach seinem Nachbar gestochen haben, die Staatsanwaltschaft wirft ihm gefährliche Körperverletzung vor.

Laut Anklage soll der beim Vorfall alkoholisierte Mann seinem Gegenüber nach einem Streit am 24. Januar ins Gesicht geschlagen haben. Den folgenden Messerangriff habe der Nachbar mit der Hand abwehren können, sodass er nur oberflächliche Schnittverletzungen nahe des Daumens erlitten habe.

Der Angeklagte stellte die Situation anders dar. Der Nachbar mache die Musik oft so laut, dass es kaum auszuhalten sei – die Wände seien dünn, „im Prinzip aus Karton“. Am Abend habe er Besuch gehabt und Fußball geguckt oder auf der Konsole gespielt – jedenfalls seien sie bei jedem Tor außer Rand und Band gewesen. Nach einem Whatsapp-Anruf seien die Gäste gegangen – und der Nachbar schrieb ihm, ihn unten im Haus zu treffen.

Dort habe er ihn nicht vorgefunden, doch als er zu seiner Wohnung zurückkehrte, sei auch der Nachbar auf den Flur getreten. Aus Vorwürfen, er habe die Gäste verscheucht, wurde ein Streit, schließlich habe der Nachbar ihn geschubst, was der Angeklagte nach eigener Aussage erwiderte. Als seine Frau schlichten wollte, habe sie einen Schlag abbekommen. Ein Messer sei nicht im Spiel gewesen. Sie gingen auseinander, zehn Minuten später habe der Nachbar wieder vor der Tür gestanden. Erst gab es wieder Streit, dann habe der Nachbar um Verzeihung gebeten – doch das habe der Angeklagte nicht annehmen wollen: Jahrelang habe die Familie den Nachbarn unterstützt. Jetzt sei Schluss.

Wiederum zehn Minuten später habe der Nachbar seine Verletzung gezeigt, später kam die Polizei. Ein quer in der sonst aufgeräumten Küchenschublade liegendes Messer zeigten sie dem Nachbarn, der es als Tatwaffe identifizierte. Der Angeklagte unterstellt ihm, auf Schmerzensgeld aus zu sein – ob es eine dementsprechende Zivilklage gebe, sei ihm aber nicht bekannt.

Richter Henrik Ludwig brach noch vor Vernehmung der Zeugen ab: Das Messer soll in einer molekulargenetischen Untersuchung auf DNA-Spuren des Nachbarn geprüft werden. (wf)

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