Bestandsaufnahmen fallen positiv aus

Sumpfiger Wald und orchideenreicher Trockenrasen in Naturschutzgebieten bei Volkmarsen

Bestandsaufnahme im Naturschutzgebiet Stadtbruch Volkmarsen machten Fachleute bei einer Zusammenkunft. Unser Bild zeigt, von links: den Forstbeamten Hakkola Dippel (Hessisches Forstamt Diemelstadt), Anna Maria Pohl (Regierungspräsidium) und Bürgermeister Hartmut Linnekugel.
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Bestandsaufnahme im Naturschutzgebiet Stadtbruch Volkmarsen machten Fachleute bei einer Zusammenkunft. Unser Bild zeigt, von links: den Forstbeamten Hakkola Dippel (Hessisches Forstamt Diemelstadt), Anna Maria Pohl (Regierungspräsidium) und Bürgermeister Hartmut Linnekugel.

Die beiden Naturschutzgebiete Stadtbruch und auf dem Scheid in Volkmarsen wurden Gebietskonferenzen begutachtet. Die Bilanz der Fachleute ist positiv.

Volkmarsen – Unterschiedlicher können die Naturschutzgebiet kaum sein: Und doch liegen der Scheid mit seinem Trockenmagerrasen und der Stadtbruch mit seinem Sumpfwald nur wenige hundert Luftlinie voneinander entfernt.

Bei der Gebietskonferenz für den Stadtbruch wurden die Schutzziele des nach nationalem Recht geschützten Feuchtgebietes überprüft. Das Schutzgebiet wurde 1985 gesichert und wird nach einem modifizierten Pflegeplan aus dem Jahr 1988 bewirtschaftet.

2019 ist das Gebiet im Rahmen der hessischen Lebensraum- und Biotoptypenkartierung (HLBK) neu erfasst worden. Diese bot Anlass, den Pflegeplan fortzuschreiben und den Zustand der Schutzziele und die aktuellen Maßnahmen zu überprüfen.

Zu der Präsentation durch das Regierungspräsidium Kassel kamen unter anderem Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Dr. Hermann Svoboda (NABU und ehrenamtlicher Schutzgebietsbetreuer), Hakkola Dippel l als Vertreter des für die Bewirtschaftung zuständigen Forstamtes Diemelstadt und der für die Kartierung verantwortliche Botaniker Andreas Fuchs zusammen. Die Bilanz der Kartierung fällt positiv aus.

Das Grünland konnte durch jahrelange extensive Bewirtschaftung weiter ausgehagert werden und die Feuchtwälder im Gebiet haben sich durch das Verschließen von Gräben und die Entnahme von Hybrid-Pappeln in einigen Bereichen zu Erlensumpfwäldern entwickelt.

Sumpfwald entwickelt sich im Naturschutzgebiet Stadtbruch Volkmarsen.

Bei einer zweistündigen Exkursion machten sich die Teilnehmer ein Bild von der Entwicklung hin zu einem Sumpfwald. Aktuell findet sich in allen Waldbereichen das drüsige Springkraut, ein Massenbestände bildender Neophyt (eingeschleppte Pflanzenart), gegen den es keine wirkungsvollen Maßnahmen gibt.

In anderen Feuchtgebieten zeigt sich, dass die Bestände des Springkrauts langsam zurückgehen, wenn die Bodenverhältnisse feuchter werden und die heimische natürliche Vegetation sich einstellt. Diese Entwicklung wird im Stadtbruch aber noch einige Jahre dauern.

Die Entwicklung des Naturschutzgebietes Scheid bei Volkmarsen wurde bei einer weiteren vom Regierungspräsidium Kassel einberufenen Gebietskonferenz dargestellt.

Die 2003 vom Fachböro AVENA ermittelten Daten über das Trockenmagerrasengebiet mit Wacholdersträuchern wurden mit den ergebnissen der 2019 vorgenommenen hessischen Lebensraum- und Biotoptypenkartierung (HLBK) des Flora-Fauna-Habitats verglichen.

Die von dem Botaniker Andreas Fuchs vorgetragene Bilanz ist positiv, wie unter anderem Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Hakkola Dippel (Forstamt Diemelstadt) und der mit der Bewirtschaftung beauftragte Schäfer Kanne erfuhren.

Schlingnatter auf dem Scheid.

Damit Enzian, Ragwurz oder Knabenkraut auf dem Trockenmagerrasen gut gedeihen, müssen eine Verbuschung verhindert und der Rasen kurz gehalten werden. Dann findet sich, wie bei der Exkursion im Rahmen der Konferenz geschehen, auch Schlingnattern.

Die Kalktrockenrasen haben sich nicht verkleinert, sondern aufgrund der Hanglage und der schwierigen Beweidung und Entbuschung verschoben. Bei dem zweistündigen Begang auf dem Scheid ging es in dieser Jahreszeit um Enziane und Schlingnattern und nicht wie in diesem Gebiet im Frühsommer üblich von orchideen- und blütenreichen Magerrasen.

Seltene Pflanzen auf dem Scheid.

Als Höhepunkt der Exkursion durch das Schutzgebiet wurde der seit 2019 wieder bestellte Kalkscherbenacker besucht. Hier könne wieder die selten gewordenen Ackerwildkrautfluren mit einjährigem Ziest, Sommeradonisröschen und Acker-Rittersporn bewundert werden. red

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