Polizei hält sich mit Detailinformationen zurück

Tatort mit Zaun gesichert: Ermittlungen in Lütersheim gehen auch nach Festnahme weiter 

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Aus dem Dach des Hauses am Ortsrand von Lütersheim schlugen am Morgen des 20. November die Flammen. In der Folge wurde der 79-jährige Hausbewohner ermordet aufgefunden. Die Polizei hat den Tatort mit einem festen hohen Zaun absperren lassen. 

Volkmarsen-Lütersheim. „Mit der Festnahme eines Tatverdächtigen ist für uns die Arbeit noch lange nicht beendet. Jetzt geht die Ermittlungsarbeit erst richtig los.“ So beschreibt Polizeipresseprecher Dirk Richter die Lage nach der Festnahme zwei Männer im Zusammenhang mit dem Tod eines 79-jährigen Mannes beim Brand seines Wohnhauses am Ortsrand von Lütersheim.

Die gestern veröffentlichte gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei hat viele Fragen offengelassen, die aber auch auf Nachfrage der WLZ unbeantwortet bleiben. „Aus ermittlungstaktischen Gründen“, könne derzeit weder etwas über den genauen Tathergang, noch über die Ermittlungswege gesagt werden, die schließlich zur Festnahme führten. Auch zu den persönlichen Hintergründen der mutmaßlichen Täter werde die Polizei derzeit noch keine Aussage treffen.

Es müssten noch viele offene Fragen geklärt werden und das gehe nicht so schnell wie in einem Fernseh-Tatort, bat Richter um Verständnis. Tatsächlich hat die Mordkommission mit dem Namen „MK Gertenberg“ die Fenster am Holzhaus am Ortsrand von Lütersheim von außen vernageln lassen.

Wie konnte die Polizei den mutmaßlichen Täter ausfindig machen?

Außerdem ist das gesamte Grundstück mit einem rund zwei Meter hohen, festen Zaun umgeben worden. Auf diese Weise soll wohl verhindert werden, dass am Tatort noch Veränderungen vorgenommen und mögliche Spuren werden. Und das mehrere Tage nachdem Dutzende von Feuerwehrleuten die Flammen gekämpft haben, die am 20. November aus dem Dach schlugen.

So lange die Polizei über Details schweigt, bleibt derzeit viel Raum für Spekulation: Denkbar, dass die Polizei mittels Handy-Ortung auf die Spur kam. In Lütersheim gibt es eigentlich in weiten Teilen keinen Handyempfang. Lediglich in der Nähe des Tatorts, der in Richtung Wolfhagen gelegen ist, gibt es schwaches Handynetz. gut möglich also, dass zum Zeitpunkt des ersten Feueralarms nur wenige Handys in dieser Funkzelle eingeloggt waren, so dass die Polizei nicht allzu viele Nummern und deren Besitzer überprüfen mussten.

Was ist bisher über den Tathergang in Lütersheim bekannt?

Auch zum Tathergang lässt sich nur spekulieren: Feuerwehrleute, die die Haustür aufbrechen mussten, fanden den Toten in der Nähe der Haustür mit einer Taschenlampe in der Hand. Später hieß es, dass bei der Obduktion der Leiche Hinweise auf Gewalteinwirkung gefunden wurden.

Denkbar also, dass der 79-Jährige einen Einbrecher aufgeschreckt hat, der ihn dann niedergeschlagen und tödlich verletzt hat. Die Tötung eines Menschen zur Verdeckung einer Straftat gilt als Mord.

Brandermittler haben zudem zweifelsfrei festgestellt, dass das Feuer in dem Lütersheimer Wohnhaus an mehreren Stellen gleichzeitig ausbrach und damit vorsätzlich gelegt wurde.

Für die Einbrecherthese spricht auch die Tatsache, dass die Polizei nach einer wilden Verfolgungsjagd auf der Autobahn einen Göttinger Hehler festgenommen hat, der mit dem Mordverdächtigen in Verbindung zu stehen scheint.

Bildergalerie vom Wohnhausbrand in Lütersheim

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