Es geht auch ohne Motor

Tipps vom Sensenmann: In Külte wird noch auf althergebrachte Weise gemäht

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Zwei Sensenmänner bei der Arbeit: Bio-Bauer Martin Pflüger (rechts) und Forstwirtschaftsmeister Frank Gysen setzen die Sense beruflich ein und schätzen die Vorteile auch privat.  

Volkmarsen-Külte.  In Külte gibt es zwei begeisterte „Sensenmänner“, die sich mit der klassischen Technik des Mähens näher befassen. Bio-Bauer Martin Pflüger und Forstwirtschaftsmeister Franky Gysen setzen die Sense beruflich ein und schätzen die Vorteile auch privat.

Im Zeitalter von Aufsitzrasenmähern und Motorsensen wissen die meisten Grundstücksbesitzer mit dem Handwerkszeug nicht mehr umzugehen und nur noch selten holt ein alter Landwirt die Sense aus dem Schuppen, um eben mal die Ränder um die Scheune herum zu pflegen.

Dabei hat die alt-herkömmliche Methode zahlreiche Vorteile, wie beim Fachsimpeln der beiden Külter deutlich wird. Eine ergonomisch passende, qualitativ hochwertige Sense ist langlebig und in Anschaffung und Gebrauch günstiger, als die motorbetriebene Variante. 

Die Sense ist ein Leichtgewicht, schneller als der Freischneider und muss nicht betankt werden. Augen-, Ohren- und Atemschutz sind bei der Arbeit überflüssig. Zwischenräume und Ränder sind leicht erreichbar, ebenso Bereiche, die für den Rasenmäher nicht zugänglich sind.

Über die geräuscharme Mäh-Variante wird sich auch der Nachbar freuen. Nicht zuletzt ist der Einsatz von Muskelschmalz gut für die Fitness und „hat was Meditatives“, merkt Gysen an.

Die Technik ist schnell erlernt, man kann sich aber auch eingehend damit beschäftigen. Es gibt sogar einen Sensenverein Deutschland, der Workshops und Mäh-Events veranstaltet. Neben verschiedenen Stiel- und Blattvarianten, je nach Einsatz und Geschmack, lohnt sich das Studium des Dengelns, denn von Zeit zu Zeit sollte das Sensenblatt vor dem Wetzen geschlagen werden, um die Schnittkante auszuziehen und zu verdünnen.

Das Dengeln von Hand erfordert Kenntnis und Übung. Aber es gibt auch Vorrichtungen, die dabei helfen. Pflüger und Gysen wollen die alte Kulturtradition in Erinnerung rufen und organisieren daher einen Sensenlehrgang.

Am Wochenende des 17. und 18. August gibt ein professioneller Sensenlehrer aus Südhessen einen Kursus in Külte. Samstags geht es von 14 bis 18 Uhr um das Wetzen und die verschiedenen Dengelmethoden und sonntags von 8 bis 12 Uhr ist das Sensen angesagt, mit der richtigen Einstellung des Geräts, Unterweisung in die Sensentechnik und reichlich Übungen.

Maximal acht Teilnehmer können mitmachen und wer möchte, kann seine eigene Sense mitbringen. Interessenten melden sich bis 1. August bei Franky Gysen unter der Handynummer 0160/4714724.

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