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Über 99 Prozent Generalversammlung der Raiffeisenbank Volkmarsen für Fusion mit Waldecker Bank

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Von: Armin Haß

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Abstimmung in der Erpetalhalle Ehringen für die Fusion der Raiffeisenbank Volkmarsen mit der Waldecker Bank in Korbach.
Abstimmung in der Erpetalhalle Ehringen für die Fusion der Raiffeisenbank Volkmarsen mit der Waldecker Bank in Korbach. © Armin Haß

Mit über 99 Prozent der Stimmen wurde die Fusion der Raiffeisenband Volkmarsen mit der Waldecker Bank beschlossen.

Volkmarsen-Ehringen – Die Stunde der Mitglieder schlug bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Volkmarsen über die Fusion mit der Waldecker Bank in Korbach: Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurden 231 Stimmen für die Verschmelzung abgegeben. Erforderlich war eine Mehrheit von 75 Prozent.

Großer Partner

Im 122. Jahr ihres Bestehens wird die Raiffeisenbank Volkmarsen, die selbst das Ergebnis von einer Anzahl von Fusionen mit kleineren Genossenschaftsbanken ist, mit der erheblich größeren Waldecker Bank zusammengehen. Die Vertreterversammlung der Waldecker Bank beschloss gestern über die Verschmelzung.

Der Beschluss in Ehringen fiel ohne Diskussion aus. Die Fusion war in den Gremien beider Banken seit dem vorigen September intensiv vorbereitet worden. Die Mitglieder wurden ausführlich über das Prozedere, die Zukunft der Standorte in Volkmarsen und Oberlistingen und ihre Mitspracherechte informiert. Die Raiffeisenbank stehe vor einem Scheideweg, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Karl-Heinrich Neusüs. Sie habe kein tragfähiges Fundament mehr für eine Eigenständigkeit.

„Chemie stimmt“

Werde eine Fusion verschoben, so sänken die Möglichkeiten, eigene Vorstellungen zu verwirklichen. Die bisherigen Vorbereitungen zeigten, dass auch „die Chemie stimmt“. Für seine Worte erntete Neusüs Applaus aus den Mitgliederreihen.

Letztlich überzeugten auch die Argumente der beiden Vorstandsmitglieder der Raiffeisenbank, Ina Schößler und Christoph Weishaupt, des Gutachters Jörg Dautermann vom Genossenschaftsverband und von dem Vorstandsvorsitzenden der Waldecker Bank, Karl Oppermann. Sie verbinden mit dem Zusammengehen Synergieeffekte, mehr Effizienz, und eine Stärkung der Standorte.

Überschüsse rückläufig

Bei einer auf 144,7 Millionen Euro gestiegenen Bilanzsumme zeichne sich, so Weishaupt, ein weiteres Rückgang der Jahresüberschüsse und des Ergebnisses ab, während verstärkt Rücklagen gebildet und Investitionen in die Digitalisierung der Dienstleistungen getätigt werden müssten.

Das Kreditvolumen sei mit 74,9 Millionen Euro (2020: 69,7 Millionen) im Vergleich zu den Kundeneinlagen von 124,3 Millionen Euro (Vj. 116,4 Mio) zu gering. Die Anzahl der Genossenschaftsbanken habe sich von 1800 im Jahr 2000 auf 800 im vorigen Jahr verringert. Um den Kunden einen modernen Service und umfangreiche Beratungen der Kunden bieten zu können, sei eine Fusion wichtig.

Garantie für Filiale

Der Standort Volkmarsen bleibe erhalten, für die Geschäftsstelle Oberlistingen gebe es eine Garantie von mindestens fünf Jahren. Die 29 Mitarbeiter werden übernommen. Vorstandschef Oppermann betonte, dass die Anzahl sogar erhöht werde und mehr Räumlichkeiten in Volkmarsen genutzt würden, weil die Kapazitäten in der Geschäftsstelle Bad Arolsen ihre Grenzen erreicht hätten.

Mit dem Übergang zur Waldecker Bank werden die Mitarbeiterrechte gestärkt. Für sie gibt es dann erstmals einen Betriebsrat.

Mandate für Vertreterversammlung

Die rund 3100 Mitglieder der jetzigen Raiffeisenbank werden künftig in einer Vertreterversammlung der demnächst vergrößerten Waldecker Bank repräsentiert. Thomas Viesehon und Neusüs wurden in den Ausschuss zur Vorbereitung der Wahl berufen. Für den Aufsichtsrat wurden Joachim Spichal (Volkmarsen) und Jörg Fritze (Oberlistingen) nominiert. Die Abstimmung erfolgte dann bei der Versammlung am Freitag..

Durch eine Fusion geht die Raiffeisenbank Volkmarsen mit der Waldecker Bank in Korbach zusammen. Aufgrund des Geschäftsvolumens und bildet die Geschäftsstelle in der Kugelsburgstadt die Nummer drei bei den Standorten hinter Korbach und Bad Arolsen.

Mit der silbernen Ehrennadel des Genossenschafstverbandes wurde der aus dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Volkmarsen ausgeschiedene Bernd Rüddenklau (Mitte) ausgzeichnet. Rechts Wirtschafstprüfer Jörg Dautermann. Links der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinrich Neusüs.
Mit der silbernen Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes wurde der aus dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Volkmarsen ausgeschiedene Bernd Rüddenklau (Mitte) ausgezeichnet. Rechts Wirtschaftsprüfer Jörg Dautermann. Links der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinrich Neusüs. © Armin Haß

Mit einer Bilanzsumme von 1,25 Milliarden Euro und 17 500 Mitgliedern im Altkreis Waldeck ist die Waldecker Bank deutlich größer als die Raiffeisenbank (144,7 Mio; 3100 Genossen). 194 Mitarbeiter und 15 Auszubildende sind bei der Waldecker Bank in elf Geschäftsstellen tätig. Doppelte Verbindungen mit der Volkmarser Raiffeisenbank und der Waldecker Bank bestehen schon länger, momentan bei 250 Mitgliedern und 764 Kunden.

Neue Regionalbank

Durch die Schaffung einer neuen genossenschaftlichen Regionalbank, so die bisherige Vorstandsfrau Ina Schößler, werde besserer Service, mehr Effizienz und Zukunftsfähigkeit gesichert. Sie und Vorstand Christoph Weishaupt fungieren künftig als Bereichsleiter.

Mit der silbernen Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes wurde der aus dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Volkmarsen aus Altergründen ausgeschiedene Bernd Rüddenklau ausgezeichnet. Wirtschaftsprüfer Jörg Dautermann. vom Genossenschaftsverband und der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinrich Neusüs lobten das Engagement Rüddenklaus seit 1998 bei der Raiffeisenbank Oberlistingen und nach der Fusion bei der Raiffeisenbank Volkmarsen. (Armin Haß )

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