Sozialdezernent Karl-Friedrich Frese  tritt für Sicherung ein

Das unternimmt Landkreis für Erhalt der Geburtshilfestation in Volkmarsen

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„Christkind“ 2017 in Volkmarsen: In der Entbindungsabteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses sind auch 2018 bereits über 300 Kinder zur Welt gekommen. Unser Bild zeigt Mina Zaun mit Mutter Huiwen und Vater Marko Zaun aus Zierenberg sowie links Großmutter Chun-hsiang Tseng und rechts Hebamme Shanna Glaser.

Volkmarsen. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg will klären, wie der Erhalt der Entbindungsstation im St. Elisabeth-Krankenhaus langfristig gesichert werden kann. Diese Aussage gab Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Karl-Friedrich Frese auf Anfrage unserer Zeitung. 

Aufhorchen ließ beim alljährlichen Babytreffen in der Volkmarser Nordhessenhalle die Aussage des Entbindungsarztes Leonhard Kalkhoff, dass die Geburtshilfe-Abteilung nicht geschlossen werde. Anderslautende Gerüchte wies er zurück, aber er machte die finanziellen Schwierigkeiten deutlich, mit denen Entbindungsabteilungen, Ärzte und Hebammen zu tun hätten.

Das sagt der Sozialdezernent

„Der Landkreis hat eine Verantwortung im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe“, betonte Erster Kreisbeigeordneter Frese gegenüber unserer Zeitung. Wenn die Entbindungsabteilung in Volkmarsen nicht mehr bestehe, führe dies zu einer deutlichen Verschlechterung in der Region.

Er wolle mit den Vertretern der Landkreise Höxter und Kassel sowie der Stadt Warburg klären, was getan werden könne, sagte Frese. Daher werde auch mit dem hessischen Sozialministerium und dem Bund über Lösungen gesprochen. 

Das ist bisher geschehen

Diese Marschrichtung gab Frese nach einem Krisengespräch mit den beiden Belegärzten für Gynäkologie, der Verwaltungsleitung der Klinik, Bürgermeister Hartmut Linnekugel und seinem Stellvertreter Thomas Viesehon aus. „Eine Schließung der Geburtshilfeabteilung muss mit allen Mitteln abgewendet werden,“ sagte Frese. Auch der Kreis sei da in der Pflicht. Bei finanziellen Entscheidungen sei freilich der Kreistag maßgeblich.

Die Belegärzte hätten sich rechtzeitig zu Wort gemeldet, sagte Frese. „Für eine tragfähige Lösung ist noch Zeit“, fügte er hinzu. Eine Erhöhung der Versicherungsbeiträge für die Belegärzte stehe 2020 an.

Das erklärt der Entbindungsarzt

Die Geburtshilfestation am St. Elisabeth-Krankenhaus Volkmarsen bleibt bestehen. Diese Feststellung machte der Entbindungsarzt Leonhard Kalhoff beim jährlichen Treffen der einjährigen Babys und ihrer Eltern in Volkmarsen. 

Kalhoff machte deutlich, dass die Rahmenbedingungen für die Geburtshilfe in der Klinik schwieriger geworden seien und weiter eine Belastung darstellten. Hintergrund ist der 2019 auslaufende Haftpflichtversicherungsvertrag für die Klinik. Mit dem neuen Vertragsabschluss ist eine Vervielfachung der zu zahlenden Prämien zu erwarten. 

Das ist der Kostentreiber

Seit zehn Jahren seien die Arzthonorare für Entbindungen gleichgeblieben, erklärte Kalhoff. Die Einkommen der Hebammen seien im Verhältnis sogar gesunken, weil deren Haftpflichtversicherungen wesentlich teurer geworden sind. So sei wirtschaftliches Arbeiten nicht mehr möglich, machte der Entbindungsarzt am Rande des Treffens deutlich.

Der Landkreis zeige sich gewillt, der Entbindungsstation unter die Arme zu greifen und habe kürzlich im Gespräch signalisiert, das einzige Geburtshaus im Norden von Waldeck-Frankenberg unterstützen und erhalten zu wollen. 

 So viele Geburten 

Nach Volkmarsen kommen Frauen aus dem ganzen Nordkreis, bis in das benachbarte Ostwestfalen-Lippe und nach Vöhl reicht das Einzugsgebiet. Schon jetzt nehmen die werdenden Mütter eine weite Anreise in Kauf - ein Indiz für die Beliebtheit der Volkmarser Kreißsäle. In diesem Jahr sind es schon wieder über 300 Geburten gewesen. 

Im den vergangenen Jahren wurden aus Kostengründen und wegen gesunkener Geburtenzahlen die Entbindungsstationen in Bad Arolsen, Marsberg und Warburg sowie in Wolfhagen geschlossen.

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