Senior erlitt Schädelbruch

Rentner ermordet und Haus in Brand gesteckt: Anklage wegen Mord aus Habgier

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In diesem Holzhaus am Ortsrand von Lütersheim ist in den frühen Morgenstunden des 20. November 2019 ein 79-jähriger Rentner beraubt und niedergeschlagen worden. Die Feuerwehr fand seine Leiche im Flur des Erdgeschosses.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der im Verdacht steht, einen Senior in Lütersheim ermordet und dessen Haus angezündet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat nach dem gewaltsamen Tod eines Rentners in seinem brennenden Haus am Ortsrand von Lütersheim Anklage gegen einen heute 39-jährigen Mann aus Fulda wegen Habgiermordes und Brandstiftung erhoben.

Der Mordfall in Volkmarsen-Lütersheim hatte sich bereits am 20. November 2018 ereignet, wie wlz-online.de* berichtete. Am 12. Dezember gelang der Polizei die Festnahme von zwei Tatverdächtigen, von denen einer bis heute in Untersuchungshaft sitzt. Die Anklageschrift trägt das Datum 28. Juni 2019.

Bis heute wartet die Staatsanwaltschaft auf die Entscheidung des Landgerichts Kassel über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Terminierung einer Hauptverhandlung.

Auf Nachfrage der WLZ*-Redaktion teilt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Andreas Thöne mit: „Der Angeschuldigte ist dringend verdächtig, in der Nacht auf den 20. November 2018 sich zu dem Haus des Geschädigten in Volkmarsen Lütersheim begeben zu haben, um von dort stehlenswerte Gegenstände zu entwenden.

Dies ist ihm auch gelungen. So soll der Angeschuldigte Geld- und Kreditkarten sowie mehrere Elektronikgeräte an sich genommen und aus dem Haus gebracht haben.“

Mann soll Senior aus Habgier in Lütersheim ermordet haben

Allerdings sei es vorher oder währenddessen am Tatort zu einer Begegnung mit dem 79-jährigen Hausbewohner gekommen, die in eine körperliche Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Angeschuldigten mündete. Der Rentner kam bei der Rangelei zu Fall, wurde gewürgt und mit einer Schreckschusswaffe mehrfach gegen Kopf und Körper geschlagen.

Der am Boden liegende Mann erlitt dabei einen Schädelbruch und verstarb noch in seinem Haus an inneren Blutungen aufgrund der vorangegangenen körperlichen Gewalt, heißt es in der Anklageschrift.

Außerdem wird dem Angeschuldigten vorgeworfen im Anschluss an dieses Geschehen das Holzhaus unter Verwendung von Brandbeschleuniger in Brand gesetzt zu haben. Das Feuer breite sich großflächig aus. Das aufgrund der Tat unbewohnbare Haus wäre ohne Einsatz der Feuerwehr wahrscheinlich vollständig abgebrannt.

Der an dem Haus entstandene Sachschaden wird von den Ermittlern mit rund 300.000 Euro beziffert.

Hehler im Mordfall in Lütersheim flieht vor Polizei

Die Festnahme des Tatverdächtigen erfolgte rund drei Wochen später in Fulda. Im Zuge der weiteren polizeilichen Maßnahmen konnte ein zweiter Mann ermittelt werden, der in dem Verdacht steht, Gegenstände aus dem Eigentum des Opfers von dem 38-Jährigen unrechtmäßig erlangt zu haben. Bei dem Hehler handelt es sich um einen 48-Jährigen aus Göttingen, der sich zunächst seiner bevorstehenden Festnahme in Göttingen durch Flucht entzog.

Er fuhr mit seinem dunkelblauen VW der Oberklasse von Göttingen über die A38 in Richtung Osten. Im Rahmen der Verfolgung folgten ihm Polizeibeamte einer Spezialeinheit (SEK) des Polizeipräsidiums Nordhessen. Beim Verlassen der Autobahn A38 an der Anschlussstelle Leinefelde-Worbis verlor der Flüchtige die Kontrolle über sein Auto, überschlug sich und wurde festgenommen. Er wird der Hehlerei beschuldigt, wie wlz-online.de* berichtete.

*wlz-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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