Neue Nistkästen an der katholischen Pfarrkirche St. Marien

Volkmarser Dohlen werden im Frühjahr kurz umquartiert

Naturschützer, Stadtverwaltung und Kirchenvorstand: Sie alle waren hilfreich bei der Umsiedlung der Dohlen für die Dauer der Bauarbeiten am Kirchturm

Volkmarsen. Die katholische Kirchengemeinde in Volkmarsen hat ein Herz für ihre Dohlen. Wenn ab Januar der Kirchturm der Pfarrkirche St. Marien eingerüstet und die Fugen erneuert werden, müssen sich die dort ansässigen Rabenvögel  neu orientieren.

Weit haben sie es aber nicht: mit Nistkästen am Kirchenschiff und in den benachbarten Linden stehen ab sofort zwölf neue Brutquartiere zur Verfügung.

„Das ist für die Dohlen wie Urlaub im Wohnmobil“, scherzte der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Karl-Heinz Kollmann beim Ortstermin mit Vertretern aller beteiligten Institutionen. Mit bis zu vierzehn Brutpaaren bei insgesamt rund siebzig Tieren, so Dr. Karl-Hermann Svoboda von der örtlichen NABU-Gruppe, hat sich über die Jahre eine ungewöhnlich große Dohlenpopulation an der Pfarrkirche eingependelt. 

Umquartiert. Wenn ab Januar der Kirchturm der Pfarrkirche St. Marien eingerüstet wird, müssen die Dohlen umziehen.

Diese war auch der Grund dafür, dass eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung des Landkreises erwirkt werden musste, um überhaupt die Baugenehmigung für die Renovierungsarbeiten am Turm zu erhalten.

Die Kirchengemeinde hatte sich daraufhin mit Vertretern des NABU, des Fachdienstes Natur- und Landschaftsschutz, BUND und Regierungspräsidium zusammengesetzt, um die artenschutzrechtlichen Maßnahmen zum Schutz der Brutkolonie während der Sanierung abzustimmen.

Mitglieder der örtlichen NABU-Gruppe bauten die Nistkästen und versahen sie anschließend noch mit einem grauen Tarnanstrich. Mit der Anbringung der Kästen in luftiger Höhe durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs ist die erste Auflage nun erfüllt. Dafür dankte Pfarrer Martin Fischer allen Beteiligten im Namen der Kirchengemeinde. Auch einige Dohlen hätten die Kästen von den Bäumen aus bereits in Augenschein genommen, konnte Karl-Hermann Svoboda berichten. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Maßnahme den Bestand erhalten“, erklärte der Naturschützer.

Nistkästen in Tarnfabe gestrichen: Die katholische Kirchengemeinde in Volkmarsen hat ein Herz für ihre Dohlen und rechtzeitig vor den Bauarbeiten die Dohlenkästen neu montiert.   

Die weitere Vorgehensweise soll im Lauf der Renovierungsarbeiten abgestimmt werden. Dann wird sich zeigen, ob die Gerüstlöcher, die den Dohlen seit Jahren als Nisthöhlen gedient haben, womöglich aus statischen Gründen verfüllt werden müssen. (Von Sandra Simshäuser)

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