Hygienisch und mit Stil

Volkmarser Expertin für Umgangsformen gibt wertvolle Tipps zu Mund- Nasen-Masken

Mit einem Lächeln lässt sich auch die Maskerade wegen Corona besser ertragen. Farben und Muster sind neben der Funktionalität wichtig für die Wirkung auf Mitmenschen. Barbara Rumpf zeigt, wie es gehen kann.
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Mit einem Lächeln lässt sich auch die Maskerade wegen Corona besser ertragen. Farben und Muster sind neben der Funktionalität wichtig für die Wirkung auf Mitmenschen. Stilberaterin Barbara Rumpf zeigt, wie es gehen kann.

Knallbunt, in gedeckten Farbtönen oder aber ganz zweckmäßig: Mund-Nase-Bedeckungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie gehören zum alltäglichen Outfit, und darauf sollte geachtet werden, empfiehlt, Barbara Rumpf, Trainerin für moderne Umgangsformen und psychologisches Management.

Schließlich sei der erste Eindruck der prägende, betont sie. „Mit der Maske gibt man ein Statement über sich ab“, wie Barbara Rumpf betont. „Mein Aussehen beeinflusst meine Wirkung auf andere Menschen“, betont Rumpf. Da helfe es schon, einmal im Spiegel das Aussehen noch einmal zu kontrollieren.

Die Maske, eigentlich zum Schutz der Mitmenschen vor einer Infektion, bekomme auf einmal eine unerwartet große Bedeutung für die erste Einschätzung des Gegenübers.

Der erste Blick ist meist entscheidend

Die Fachfrau für Umgangsformen greift auf hirnphysiologische Gegebenheiten zurück. Der erste, oft prägende Eindruck werde vom limbischen System des Gehirnes miterzeugt. Hier werden die Emotionen angesprochen, entscheiden sich zunächst Sympathie, Angst oder Abneigung.

Soll ich bleiben oder fliehen? Die dafür erforderlichen, mitunter lebenswichtigen Impulse liefert das Hirn in den ersten Sekundenbruchteilen. Erst dann erfasst der Mensch seinen Gesprächspartner eher verstandesmäßig und achtet auf Inhalte.

Lieber dezente Farben wählen

Wer also keine Antipathien erzeugen möchte, tut gut daran, sich auch über dieses Hygiene-Accessoire Gedanken zu machen, das mit Mund-Nase-Bedeckung begrifflich eher dröge daherkommt..

Im Berufsleben sei es empfehlenswert, sich der Tätigkeit entsprechend mit Masken auszustatten, sagt Barbara Rumpf. Dezente Farben und ruhige Muster sollten die Trägerinnen und Träger im Geschäftsleben und öffentlichen Funktionen nutzen. Wer in einem kreativen Genre tätig sei, können auch lebendige Farben und Formen wählen.

Die Maske sage etwas über den jeweiligen Menschen aus. Und darüber, wie er sein Umfeld achtet und wertschätzt. Tiger-Masken für ein Verkaufsgespräch, im Laden oder gar bei der Bewerbung: „Das geht überhaupt nicht“, lacht Barbara Rumpf.

Maske nicht unter das Kinn ziehen

Wohin mit den Masken, wenn sie gerade nicht benötigt werden? „Auf keinen Fall unters Kinn ziehen!“, sagt die Volkmarserin ganz klar. Davon rieten Hygieniker ab, und es sehe nicht gut aus.

Wer etwa als Verkäufer(in) im Einzelhandel immer wieder die Maske tragen muss, könnte diese an einer Brillenkette um den Hals tragen. Aber auch in Mantel- , Jacken- oder Tuchtasche am Sakko kann das Utensil verstaut werden. Dann gehöre allein aus hygienischen Gründen sonst nichts dort hinein.

Diskret, sauber und stilvoll in einem Etui verpackt: Die Maske kann auf mannigfaltige Weise unauffällig und sauber verwahrt werden.

Klar im Vorteil sind dann Menschen in medizinischen Berufen, bei denen aus den Brusttaschen gerne auch die Bänder der Masken herausragen dürfen. Diskret, sauber und stilvoll lässt sich die Mund-Nase-Bedeckung in einem Etui verstauen.

Auf keinen Fall fremden Masken aufheben

Auf den Tisch dürfen sie keineswegs gelegt werden. Benutzte Taschentücher oder Servietten lege man ja auch nicht auf den Tisch, letztere gehörten auf den Teller.

Hilfsbereite Menschen sollten ihre positive Eigenschaft zurückstellen und darauf verzichten, jemandes Maske aufzuheben, die gerade auf den Boden gefallen ist.

Schließlich gibt die Fachfrau für Umfangsformen ein paar weitere praktische Tipps: Frauen müssten beachten, dass sie maskenechte Lippenstifte verwendeten. Mit fetthaltigen Stiften werden die Masken verschmiert.

Streit auf jeden Fall vermeiden

Brillenträger sollten den Metallbügel einer Mund-Nase-Bedeckung so dicht um die Nasenwurzel zu biegen, dass die Atemluft nicht zum Beschlagen der Gläser führt.

Heikel kann es werden, wenn Menschen im Umfeld bewusst oder aus Versehen keine Maske tragen: Hier sollte nicht im vorwurfsvollen Ton, sondern sachlich darum gebeten werden, die Mund-Nase-Bedeckung aufzuziehen, rät die Expertin. Vielleicht vorher fragen, ob die Maske vergessen wurde. Damit lässt sich eine negative Stimmung schon vermeiden.

„Angriff erzeugt Gegenangriff“, warnt Barbara Rumpf vor vorwurfsvollen oder rechthaberischen Formulierungen. Mancher mag einfach die Maske vergessen haben. Dann könne auch auf Alternativen verwiesen werden: Schal oder Hochziehen des Pullovers im Notfall. Auf Streit im Bus oder im Bahnabteil sollte man sich nicht einlassen, eher das Abteil wechseln.

Mut zur Improvisation ist auch gefragt

So schwer die Herausforderungen in der Corona-Pandemie für jeden Einzelnen auch seien, das Miteinander sei für die Gesellschaft schon wichtig, wünscht sich die Kommunikationsexpertin. Menschen sollten sich nicht hinter Masken zurückzuziehen oder auf dem Bürgersteig wegzugucken. „Zur Wertschätzung gehört auch, dass ich die Menschen anschaue und wie ich sie anblicke“, unterstreicht Barbara Rumpf.

Aufgrund der Abstandsregelungen im Zuge der Pandemie gewöhnen sich die Menschen Händeschütteln ab und werden Umarmungen selten.

Ein Freundlicher Gruß kommt auch mit Gesten gut rüber

Die verbreiteten Begrüßungen mit dem Aneinanderstoßen der Ellenbogen oder der Faust hält die Beraterin schon aus hygienischen Gründen für unakzeptabel. Und der Wuhan-Shake, das tänzerische Anstoßen mit den Füßen dürfte gerade bei älteren Menschen zum Problem werden.

Geschick und Improvisationsvermögen bewies Bundeskanzlerin Angela Merkel aus Sicht der Trainerin von Umgangsformen, als sie eine zum Gruß ausgestreckte Faust damit beantwortet, dass sie ihre Hand angedeutet auf ihr Herz legte und eine Faust nur leicht anhob. (Von Armin Haß)

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