CRS-Absolvent aus Volkmarsen ist gefragter TV-Experte

Volkmarser Forscher an vorderster Corona-Front

Ein Wissenschaftler arbeitet im Labor.
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Der Immunologe Prof. Dr. Carsten Watzl stammt aus Volkmarsen und ist CRS-Absolvent des Jahrgangs 1990. Prof. Dr. Watzl ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) und wissenschaftlicher Direktor am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund.

Die Fernsehöffentlichkeit hat sich in den vergangenen zwölf Monaten an eine Reihe neuer Gesichter und Berufsbezeichnungen gewöhnt. Bekannt sind der Virologe Christian Drosten, der Epidemiologe Karl Lauterbach und seit Dezember auch der Immunologe Carsten Watzl.

Volkmarsen – Professor Watzl stammt aus Volkmarsen, hat 1990 an der Christian-Rauch-Schule Abitur gemacht, in Heidelberg Biologie studiert, seine Doktorarbeit über Krebsforschung geschrieben und dreieinhalb Jahre in den USA geforscht. 2002 kam er zurück nach Heidelberg. Seit 2011 leitet er das Leibnitz-Institut für arbeitsforschung in Dortmund.

In den Themenbereich Impfungen sei er „irgendwie hineingeschlittert“. Nach einem Live-Interview mit Marietta Slomka Mitte Dezember im heute-Journal habe sich das alles verselbstständigt. Inzwischen wird der Immunologe aus Volkmarsen immer wieder von Fernsehsenden und Zeitungsredaktionen angefragt, wenn es um die Einschätzung der Wirkung von Impfstoffen geht.

Krebsforschung half bei der Impfstoffentwicklung

Von Krebsforschung zur Impfstoff-Entwicklung gegen das Corona-Virus. Wie passt das zusammen? „In beiden Fällen geht es um die natürlichen Killerzellen, die den Körper gegen Angreifer schützen“, erklärt Prof. Watzl. Nicht ohne Grund haben auch die beiden Entwickler des Biontec-Impfstoffs, Özlem Türeci und Ugur Sahin, ihre Arbeit mit Grundlagenforschung zum Thema Krebsbekämpfung begonnen.

Prof. Watzl findet es gut und richtig, dass nun zum Thema Impfen neben den Virologen und Epidemiologen auch die Immunologen stärker in den Blickpunkt rücken: Die Immunantwort des Körpers sei schließlich entscheidend für die langfristige Wirkung der gerade begonnenen Impfkampagne. Zu Beginn der Pandemie haben die Dortmunder Forscher um Prof. Watzl einen Antikörpertest entwickelt, der zeigt, wer schon einmal eine Infektion mit dem Coronavirus durchgestanden hat.

Wie lange hält der Impfschutz gegen das Corona-Virus?

Nun sei es wichtig zu erfahren, wie lange diese Immunantwort des Körpers anhält. Prof Watzl: „Unsere Studien haben ergeben, dass bei den meisten Genesenen auch ein Jahr nach der Infektion noch eine große Immunantwort vorhanden ist.“

Die spannende Frage ist nun, wie lange der Impfschutz wirkt. Prof. Watzl: „Untersuchungen zeigen, dass der Antikörperspiegel bei den Geimpften höher ist als bei den ehemals Infizierten. Wir haben die Hoffnung, dass die Wirksamkeit der Impfung ähnlich lange anhält wie bei einer Tetanusimpfung, also etwa zwischen fünf und zehn Jahren und nicht wie der Grippeimpfung, die nur für ein Jahr schützt.“ - Aber noch ist das nur eine Hoffnung. Die Corona-Impfstoffe sind ja gerade erst entwickelt worden. Langzeiterfahrungen kann es also noch nicht geben.

Im zweiten und dritten Quartal kann in großer Zahl geimpft werden

Für den Moment ist Prof. Watzl hoffnungsvoll, dass bis zum herbst genügend Menschen geimpft sein werden, sodass eine Herdenimmunität erreicht wurde. Dann und nur dann sei es wahrscheinlich, dass Deutschland im Herbst keine vierte Infektionswelle erleben müsse.

Prof. Watzl: „Aus der jetzigen dritten Welle können wir uns nicht heraussimpfen. Dazu ist einfach zu wenig Impfstoff verfügbar. Jetzt müssen wir hoffen, dass es im zweiten und dritten Quartal keine Logistikprobleme bei der Verteilung der angekündigten großen Impfstoffmengen geben wird.“

Impfaufklärung mit „Watzl Weekly“

Professor Watzl ist mit einer Videoserie zur Impfaufklärung im Internet präsent. Unter dem Titel „Watzl Weekly“ ist Professor Dr. Carsten Watzl zusammen mit dem Berufsverband der Pflegekräfte (DBfK) auf YouTube, Instagram und Facebook präsent. Der Youtube-Link lautet: https://youtube.com/playlist?list=PLQN22vahvjtA6PloTDkb9nQE98jwXxpth (Elmar Schulten)

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