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Volkmarser Grüne fordern bei künftigen Baugebieten: Geothermie statt Erdgas

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Von: Elmar Schulten

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Geothermiebohrung im Berndorfer Neubaugebiet Erlengrund. Die Landes-Energie-Agentur Hessen GmbH übernahm im Dezember die Kosten für diese Testbohrung.
Geothermiebohrung im Berndorfer Neubaugebiet Erlengrund. Die Landes-Energie-Agentur Hessen GmbH übernahm im Dezember die Kosten für diese Testbohrung. © Elmar Schulten

Die Grünen im Volkmarsen Stadtparlament haben angeregt, künftige Neubaugebiete in Volkmarsen nicht mehr an das Erdgasnetz anschließen zu lassen.

Volkmarsen - Stattdessen sollten die in Planung befindliche Baugebiete und kommunale Neubauvorhaben mit Erdwärmebohrungen in Verbindung mit Niedertemperatur-Nahwärmenetze beheizt werden. Alternativ seien auch Luft-Wärmepumpen oder Pellet-Heizungen zu empfehlen.

Zur Begründung führte Grünen-Sprecher Daniel Clemens aus, dass die Bereitstellung von Heizwärme mittels des fossilen Energieträgers Erdgas vor dem Hintergrund der Klimakrise und den Klimazielen von Landes- und Bundesregierung ein Auslaufmodell sei. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine bestehe zudem der Wunsch, die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu reduzieren.

Ziel: 100 Prozent regenerativ

Während Änderungen des Energieträgers bei bestehenden Gebäuden nur mit erheblichem Mehraufwand möglich sei, so bestehe bei einem Neubau die Wahlmöglichkeit zwischen den Energieträgern. Mit der Nutzung von Luftwärme sowie Erdwärme gebe es für Neubauten zwei zeitgemäße und erprobte Alternativen zur Gebäudeheizung.

Durch Nutzung von regenerativ und idealerweise lokal erzeugter elektrischer Energie stellten diese Technologien heute die einzigen Möglichkeiten dar, Heizwärme zu 100 Prozent regenerativ bereitzustellen. Clemens: „Anlagen zur Erdwärmenutzung weisen einen höheren Wirkungsgrad auf als Anlagen, welche die Umgebungsluft als Primärenergie nutzen.“

Bei Geothermie sind viele Details zu beachten

Diesen Vorschlag kommentierte FWG-Sprecher Klaus Teppe im Stadtparlament als „guten Antrag“. Auch die Freien Wähler unterstützen den Verzicht auf Erdgas „um das Klima zu schützen und um Putin zu schaden“. Allerdings müsse das Thema noch einmal intensiv im Bauausschuss beraten werden. Schließlich gebe es beim Thema Geothermie vieles zu beachten.

Ähnlich äußerte sich der CDU-Fraktionssprecher Martin Schmand: „Geothermie geht ins Bergrecht. Da müssen wir uns erst von Fachleuten beraten lassen.“ Schmand regte daher an, einen oder mehrere versierte Energieberater in den zuständigen Ausschuss einzuladen. Zustimmung signalisierte auch Niklas Keim und verwies auf die nächste Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 27. April.

Vorschlag betrifft nur künftige Baugebiete

AfD-Sprecher Hakola Dippel wünschte sich keine Bevormundung von künftigen Häuslebauern. Jeder müsse die Freiheit haben, selber über die passende Heiztechnik in seinem Haus entscheiden können.

Auf Nachfrage bestätigte Bürgermeister Hartmut Linnekugel, dass der Beschluss über den Verzicht auf Erdgasanschlüsse keine Eile habe, weil in den aktuell zu erschließenden Neubaugebieten die Weichen bereits anders gestellt seien. Der Gasversorger EWF entscheide selber, ob sich die der Bau einer Gasleitung lohne, oder nicht. (Elmar Schulten)

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