Tag der offenen Tür im Steinweg 24

Volkmarser Museum soll im Herbst ins Mikwe-Haus umziehen 

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Sommerfest im Mikwe-Haus im Steinweg 24: Der Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“ informierte über den Stand der Umbauarbeiten des künftigen Museumshauses.   

Volkmarsen. Seit Anfang des Jahres ist der „Verein Rückblende – Gegen das Vergessen“ Eigentümer des historisch bedeutsamen Fachwerkhauses Steinweg 24. Beim Frühjahrsfest am Sonntag waren Mitglieder, Freunde und Förderer des Projektes zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Immerhin hatten mehr als 200 Spender, der Landkreis Waldeck-Frankenberg, die Stadt Volkmarsen sowie weitere Institutionen den Ankauf des Gebäudes mit einem besonders wertvollen Kellergewölbe erst möglich gemacht.

Nun steht der Umbau zu einem modernen Museumshaus mit Versammlungs- und Vortragsräumen an. Ziel ist es, das Haus im Steinweg zu einem wertvollen Lernort für Schüler und Studenten zu machen.

Zu diesem Zweck wollen die Museumsmacher um Ernst Klein im Herbst damit beginnen, ihre über 25 Jahre gesammelten historischen Dokumentationen über jüdisches Kulturleben in der Region in den vergangenen Jahrhunderten vom Haus Dr. Bock in das neue Museumsgebäude zu verlagern.

Was ist eine Mikwe?

Kernstück des Gebäudes ist im Kellergewölbe das rund 500 Jahre alte jüdische Ritualbad, eine sogenannte Mikwe. Sie belegt, wie lange Juden und Christen in der Kugelsburgstadt friedlich nebeneinander wohnten, bis die Nationalsozialisten in den 30er Jahren mit der systematischen Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung begannen.

Erst Klein freut sich darauf, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins Rückblende am 13. Juni eine positive Bilanz der Bemühungen um den Ankauf des Hauses ziehen zu können. Stolz berichtete er auch am Sonntag, dass der Verein inzwischen 192 Mitglieder aus 30 Ortschaften in ganz Nordhessen zähle. In den 25 Jahren seines Bestehens habe der Verein stets steigende Mitgliederzahlen gehabt. Nun werde die 200er-Marke angestrebt.

Tatsächlich wartet nun viel arbeit auf die Mitglieder. Das Gebäude im Steinweg wurde zwar vor einigen Jahren grundsaniert und ist baulich gut in Schuss. Für Museumszwecke stehen aber doch noch eine Menge Umbauten an.

Ein Investitionsplan vor die kommenden vier Jahre sehe Anschaffungen in Höhe von rund 270 000 Euro vor. Den dicksten Posten macht dabei ein Aufzugturm aus, der im Garten in gebührendem Abstand an das historische Gebäude angebaut werden soll. Auf diese Weise wird das Fachwerkhaus barrierefrei erreichbar, ohne dass in die denkmalgeschützte Bausubstanz eingegriffen werden müsste.

Zunächst aber sollen eine behindertengerechte Toilette eingebaut und ein Durchbruch vom Vorder- zum Hinterhaus geschaffen werden.

Beim Tag der offenen Tür konnte das Gebäude vom Gewölbekeller bis zum Dachgeschoss in Augenschein genommen werden.

Zur musikalischen Unterhaltung spielte das Ensemble Saitenwind im Vortagssaal des dritten Geschosses auf.

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