Pflanzaktion zwischen Volkmarsen und Herbsen

Volkmarser Naturschützer pachten Land und pflanzen Bäume: Ackerland wird Obstwiese

Der Nabu-Ortsverband Volkmarsen legt eine neue grüne Insel in der Gemarkung mit neuen Bäumen an.
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Der Nabu-Ortsverband Volkmarsen legt eine neue grüne Insel in der Gemarkung mit neuen Bäumen an.

Sechs junge Apfelbäume markieren eine neue Naturschutzfläche in der Volkmarser Gemarkung. Hier soll sich in den kommenden Jahren eine natürliche Insel in der ausgeräumten, landwirtschaftlich genutzten Umgebung etablieren.

Volkmarsen - Beim ersten Schnee Anfang Dezember trafen sich aktive Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe an der Volkmarser Wande, einem unscheinbaren Bach im Feld hinter der alten Ziegelei. Hier pachtet die Ortsgruppe seit kurzem eine Grünfläche, die sich in den nächsten Jahren Stück für Stück renaturieren darf.

Fast der gesamte Streifen entlang der Wande wird landwirtschaftlich genutzt, obwohl hier natürlicher Weise lehmig-mooriger Boden ist, der häufig zu nass zur Bearbeitung ist. So wurden auch diese rund 4000 Quadratmeter bisher regelmäßig gedüngt und gemäht, das Artenspektrum ist dadurch völlig verarmt, schildert Nabu-Vorstandsmitglied Britta Scharf.

Am Gewässerrand befinden sich nur noch wenige Erlen, zu den umliegenden Flurstücken und zum Weg gibt es keine Landschaftsstruktur, die Tieren Unterschlupf und Nahrung bieten könnte.

Obst darf gerne gepflückt werden

Auch für Erholungssuchende habe die Gegend zwischen Ziegelei und Iberg derzeit wenig zu bieten. Das möchten die Nabu-Mitglieder jetzt ändern und machten den Anfang mit sechs jungen Apfelbäumen alter Obstbaumsorten.

„Unser Wunsch ist, dass sich Menschen hier gerne aufhalten und sich vom Obst nehmen, wenn die Bäume dann tragen“, erzählt Agnes Rest, Urgestein der Volkmarser Naturschützer. Das schaffe eine Verbundenheit mit der Heimat. Und regionales Obst sei ein Beitrag zum Umweltschutz.

Die Obstbäume sind daher auch an der Wegseite der Wiese gepflanzt. Nach dem Winter soll eine Hecke angelegt werden und der Baumbestand zum Bach hin wird wieder aufgestockt.

Ackerfläche aufgewertet

„Vor allem aber soll die Grünfläche eine richtige Wiese werden, auf der es blüht und summt. Dazu bedarf es standortgemäßer Samen, aber vor allem Zeit“, erklärt Britta Scharf. Der Stickstoff, der durch die Düngung im Überfluss im Boden ist, begünstigt das Wachstum einiger weniger Grasarten. Das ist in der intensiven Bewirtschaftung so gewollt, aber ökologisch eine Katastrophe. Insekten finden hier praktisch keinen Lebensraum. So ist die Volkmarser Gruppe froh, hier punktuell etwas für die Natur tun zu können.

Die Eigentümer freuen sich ebenfalls, dass aus ihrem wirtschaftlich unattraktiven Land nun etwas Nachhaltiges entsteht. Erst in Verlaufe diesen Jahres war die Idee entstanden, die Fläche langfristig an den Naturschutzbund zu verpachten und damit den Naturschutz zu unterstützen.

„Auch wer lediglich einen kleinen Garten zur Verfügung hat, kann auch da dafür sorgen, dass sich Insekten wohlfühlen. Das geht zum Beispiel, indem man einfach nicht mehr ständig den Rasen mäht“. schlägt Franz Drude vor.  (red/es)

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