Artenvielfalt auf Äckern und Feldern schwindet

Volkmarser Naturschutzbeauftragter zieht Bilanz von 17 Jahren Forschungsarbeit

Portraitfoto von einem Mann mit Hut.
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Naturschützer Karl Hermann Svoboda.

Der seit vielen Jahren rund um Volkmarsen engagierte Naturschützer und Ornithologe Karl-Hermann Svoboda hat beim Landesnaturschutztag in Gießen die Ergebnisse seiner 17-jährigen Untersuchung vorgestellt.

Volkmarsen - Auf einer Fläche von 100 Hektar zwischen Volkmarsen und Lütersheim werden jedes Jahr nach einer vorgegebenen Untersuchungsmethode alle vorkommenden Vogelarten kartiert.

Die Untersuchungsergebnisse fließen in ein bundesweites Programm mit dem Namen „Monitoring häufiger Brutvögel“ ein. Aus den Ergebnissen sollen staatliche Organisationen Erkenntnisse über die Vogelwelt in der Normallandschaft gewinnen.

Systematische Zählung beweist Rückgang

Die Fläche zwischen Volkmarsen und Lütersheim besteht fast ausschließlich aus dem Lebensraum Ackerland. Auf Fläche gab es zu Beginn der Untersuchung im Jahr 2005 35 verschiedene Vogelarten mit 92 Brutrevieren. Ein Brutrevier ist der Lebensraum eines Vogelpaars in der Brutzeit.

Im Jahr 2021 fanden sich auf der gleichen Fläche noch 23 verschiedene Vogelarten mit 48 Brutrevieren. Hauptverlierer war die Feldlerche, von der 2005 zehn Brutreviere gab, 2021 nur noch drei.

Beratung gegen Verlust der biologischen Vielfalt

Dr. Svoboda rechnet vor, dass bei einem anhaltenden Artenrückgang schon im Jahr 2034 keine Brutvögel mehr auf dieser Fläche vorhanden sein könnten. Dabei sei es unerheblich, ob das zum Jahr 2034 oder 2037 geschehe. Die Tendenz auf der Allerwelts-Untersuchungsfläche zwischen Volkmarsen und Lütersheim lasse sich leider auch bundesweit beobachten.

In Gießen bot sich die Gelegenheit diese Ergebnisse auch interessierten Mitarbeitern aus dem Bereich der hessischen Landesbehörden vorzustellen. Dazu gehörte auch der Chef des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen Andreas Sandhäger aus Volkmarsen. Durch Beratung interessierter Betriebe versuche seine Behörde der Verarmung der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken.  red

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