Gedenken an Pogromnacht in Volkmarsen

Mahnende Worte in Volkmarsen: Gegen Antisemitismus eintreten

Gedenkveranstaltung des Vereins „Rückblende - Gegen das Vergessen“ zur Pogromnacht 1938 am Gustav Hüneberg-Haus in Volkmarsen.
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Gedenkveranstaltung des Vereins „Rückblende - Gegen das Vergessen“ zur Pogromnacht 1938 am Gustav Hüneberg-Haus in Volkmarsen.

Der Verein „Rückblende - Gegen das Vergessen“ erinnerte im Garten des Gustav-Hüneberg-Hauses an die November-Pogrome gegen Juden vor 82 Jahren.

Volkmarsen – Zudem erinnerte der Verein Rückblende daran, dass in den Folgejahren des Pogroms von 1938 allein aus Volkmarsen 24 jüdische Mitbürger verschleppt und ermordet wurden.

Arno Walprecht las Passagen aus dem von Inge Lichtenstein als Flüchtlingskind am 10. Januar 1939 geschriebenen Brief vor : „... Ihr könnt Euch ja gar nicht denken, was wir alles mitgemacht haben. An die Demolierung zu Hause darf ich gar nicht denken. Du, lieber Arthur, würdest die Zimmer kaum wiedererkennen. In Friedels Zimmer ist nichts mehr ganz. Schränke, Betten, Kommode, Stühle und alles was im Zimmer war, sind kaputt.“ Walprecht zitierte Texte aus dem von Ernst Klein verfassten Buch „Verschwundene Nachbarn - Verdrängte Geschichte“.

Lernen aus der Geschichte

Thomas Neutze leitete danach zum vom parlamentarischen Rat 1948/49 beratenen und beschlossenen Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland über und bezog sich dabei insbesondere auf den Artikel 13, der die Unverletzlichkeit der Wohnung beschreibt.

Nicht zuletzt aufgrund der Novemberpogrome von 1938 durch die Nationalsozialisten wurde dieser Artikel in unser heutiges Grundgesetz aufgenommen. Walprecht: „Die aktuellen Ereignisse, wie die Anschläge in Halle und Ha-nau in jüngster Zeit erinnern uns daran, auf allen gesellschaftlichen Ebenen und in allen Institutionen wachsam sein zu müssen.“  red

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