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Größere Vielfalt im Volkmarser Stadtwald geplant

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Von: Armin Haß

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Waldschäden sind auch am Esseberg bei Volkmarsen zu erkennen. Unser Bild zeigteinen Abschnitt mit einer neuen Sitzgruppe am Habichtswaldsteig.
Waldschäden sind auch am Esseberg bei Volkmarsen zu erkennen. Unser Bild zeigteinen Abschnitt mit einer neuen Sitzgruppe am Habichtswaldsteig. © Armin Haß

Um den Volkmarser Stadtwald ist es schlecht bestellt. Neben den von Stürmen, Trockenheit und Käfern zerstörten Fichten bereiten nun auch verstärkt die Buchen Sorgen, so Hendrik Block, Geschäftsführer der Kommunalwald GmbH, im Bauausschuss.

Volkmarsen – Auf den 881 Hektar Waldfläche, die der Stadt Volkmarsen gehören, muss der Bestand weiträumig aufgeforstet oder durch Naturverjüngung erneuert werden, wie Block und der nunmehr für Volkmarsen zuständige Förster André Schulenberg berichteten. Auch 2021 haben extreme Wetterlagen, in denen es Hitze- und Startregenperioden gab, dem Wald zugesetzt.

Schäden durch Orkane

Die Orkane im Februar und der trockenste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen haben die Lage verschärft, wie Block berichtete. Ein „großer Aderlass“ sei zu beobachten, vor allem bei den Fichten. Die Schädigung der Buchen mache die Forstfachleute laut Block darüber hinaus nervös. Unbelaubte Bäume seien im Februar durch die starken Stürme umgeworfen worden. Die Wurzeln seien schwach ausgeprägt.

Die Böden seien tief ausgetrocknet, schilderte er die Situation, in der sich die Schäden auch bei den Buchen verschlimmerten. Die Laubholzbestände stürben ab. Die Pflicht zur Verkehrssicherung halte die Revierleiter auf Trab, sagte Block.

Überschuss erwirtschaftet

Die Bewirtschaftung des Waldes hat nach noch nicht genau geprüften Ergebnissen einen Überschuss von 17 000 Euro für Volkmarsen ergeben, so der Kommunalwald-Chef. Das sei durch den Verkauf des aufgearbeiteten Fichtenholzes möglich gewesen. Die Aufarbeitung hält noch an.

Und die konkrete Planung des Mountainbike-Grenztrails (aktuell. Greentrail), der auch um Volkmarsen herum verlaufen soll, wollen die Forstfachleute noch abwarten, bis mit der Wiederbewaldung begonnen wird. Eine Musterlösung für die Kommunalwald-Forsten gebe es nicht, sagt Schulenberg, der zuvor im Forstamt Vöhl bei Hessen Forst tätig war und seit März für Volkmarsen zuständig ist.

Video-Konferenz über den Wald

Bei einem dreistündigen Video-Meeting der Kommunalwald GmbH in diesen Tagen sei die Erneuerung der Wälder das Thema gewesen. Grundsätzlich werde auf Vielfalt und Naturverfügung gesetzt. Fichten seien aufgrund der Probleme durch die Trockenheit nicht mehr interessant.  

In Zusammenarbeit mit einem forstwissenschaftlichen Institut sollen die Standorte nach bestimmten Kriterien untersucht werden, so etwa nach den vorhandenen Substraten (Humus, Erde) und der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Gefragt seien gutes Pflanzgut und erfahrene Forstunternehmen, die aber schwer zu bekommen seien, so Revierförster André Schulenberg.

Wissenschaftliche Begleitung

Daher werde vielfach auf eine Naturverjüngung gesetzt, also auf das Saatgut, das von den umstehenden Bäumen in den Boden gelangt. Zudem sind für den Vorwald Eschen, Birken und Kirschen vorgesehen. Im freien Bestand haben Buchen aufgrund der Sonneneinstrahlung Probleme. Diversität sei geraten.

Positiv bewertete Daniel Clement von den Grünen die Herangehensweise der Kommunalwald GmbH im Hinblick auf die Naturverjüngung. Allerdings müsse auch geklärt werden, wie das Problem der Bodenverdichtung entschärft werde.

Boden wichtig

Der Zustand des Waldbodens sei ein wichtiges Thema, sagte Hendrik Block (Kommunalwald GmbH) dazu. Der Einsatz von Maschinen und der Abstand der Rückegassen seien daher Themen unter den Fachleuten bei der jüngsten Konferenz gewesen. So sollten die Flächen neu gegliedert werden, um etwa Abstände von 50 Metern (derzeit etwa 20 Meter) zwischen den Rückewegen zu schaffen. (Armin Haß)

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