Geselliges Treffen in der Nordwaldeckhalle von Külte

Hallo Oma, ich bin's! - Waldecker Landsenioren informieren über Enkeltrick

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"Bist Du das, Jens?" - Schon hat der Betrüger den Namen des Enkels herausgefunden, wie in der Szene von Iris Illian (links) und Carola Zwickirsch gespielt.

Volkmarsen-Külte. Geselligkeit wird bei den Landsenioren groß geschrieben, wie  in der Nordwaldeckhalle von Külte zu beobachten war.

Gut 100 Mitglieder der Landseniorenvereinigung Waldeck hielten dort ihre unterhaltsame Jahreshauptversammlung ab. Vom Seniorensicherheitsberater Arnold Kahlhöfer gab es hilfreiche Tipps zur Betrugsvorbeugung.

Die Senioren genossen die Kaffee- und Kuchen-Bewirtung durch die Külter Landfrauen und auch Gäste aus den Seniorenvereinigungen Hofgeismar und Wolfhagen beteiligten sich an den vielen netten Gesprächen. Vorsitzender Karl Schmidt stimmte zu Beginn und am Ende der Versammlung bekannte Volkslieder an.

Beim Treffen der Landsenioren Waldeck erfreuten auch selbst gedichtete Verse, wie hier von Andrea Claudy aus Edertal vorgetragen, die Teilnehmer aus dem Waldecker Land.  

Sein Jahresbericht zeugte von der Bandbreite gemeinsamer Aktivitäten und Fahrten im vergangenen Jahr. Gemeinsam wurden Kräppel gegessen, durch Holländische Grachten gefahren, Mohnblüten bewundert, Rosenfeste besucht. Die Pfälzer Weinlandschaft und ein Theaterbesuch hinterließen bleibende Eindrücke und mit einer Adventsfeier klang das Jahr aus. Kassierer Ludwig Brüne trug den Kassenstand vor.

Gewaltige Veränderungen im Gange

Eine neue Buchungsposition, verborgen im Umschlag, hatte Bürgermeister Hartmut Linnekugel den Landsenioren mitgebracht. Die viel besungene, vermeintliche Landidylle vergangener Zeiten, als der Bauer im Märzen seine Rösslein anspannte, stellte der Bürgermeister den heutigen, veränderten Rahmenbedingungen durch Markt, Technik, Ernährungsverhalten und Politik gegenüber, sah aber optimistisch auf die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland: „Seien wir stolz darauf, dass wir auf dem flachen Land leben dürfen.“

Martin Leis vom Kreisbauernverband stellte ebenfalls den raschen Wandel in der Landwirtschaft in den Mittelpunkt seiner Grußworte. Er erinnerte an qualvolle Handarbeit früher. Heute müssten Formulare ausgefüllt und die Düngeverordnung eingehalten werden. Die Digitalisierung in der Landwirtschaft sei ein Kern der beruflichen Ausbildung seiner Kinder.

Wie funktioniert eigentlich der Enkeltrick?

Vor dem Referat über Sicherheit für Senioren gab es eine gespielte Enkeltrick-Szene. Iris Illian von den Bezirkslandfrauen spielte eine Seniorin, die von einem Ganoven, gespielt von der stellvertretenden Landsenioren-Vorsitzenden, Carola Zwickirsch, angerufen wurde. Dabei täuschte der Ganove durch geschickte Gesprächsführung vor, der Enkel zu sein, der ganz dringend Geld brauche.

 Dies sei eine der Maschen, mit denen ganze Betrügerbanden den Senioren gleich mehrere Monatsrenten aus der Tasche zögen, war von Arnold Kahlhöfer zu hören. Aktuell riefen angebliche Polizeibeamte bei Senioren an, die am Telefon die Vermögensverhältnisse erkundeten und dann Wertgegenstände oder hohe Geldbeträge beim Betrogenen abholten. 

Die „110“ auf dem Telefondisplay sei kein Garant dafür, dass die Polizei anriefe, weil die Anrufernummer leicht manipuliert werden könne. „Legen Sie sich die Durchwahlnummer ihres örtlichen Polizeidienstes neben das Telefon und rufen sie dort zurück, wenn Sie unsicher sind“, lautete Kahlhöfers Tipp. Gern würden auch direkt an der Haustüre Notlagen vorgetäuscht. 

„Lassen Sie unter keinen Umständen Fremde in Ihre Wohnung“, warnte der Sicherheitsbeauftragte, auch keine angeblichen Wasserwerker, Pflegeberater oder nicht bestellte Handwerker. „Lassen Sie den gesunden Menschenverstand walten“, schloss Kahlhöfer seinen Vortrag über die vielfältigen Methoden aktueller Betrugsmaschen.

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