Waldschäden beim  Waldbegang in Volkmarsen unübersehbar

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Vitale Buchen und strapazierte Fichten: beim jährlichen Waldbegang der Stadt Volkmarsen erläuterte Revierleiter Rolf Henkel die Lage im Bereich des Wittmarwaldes.  

Volkmarsen. Durch Trockenheit, Borkenkäfer und Windwurf dahingeraffte Fichten auf der einen und ein gesunder Buchenbestand auf der anderen Seite: diese Eindrücke nahmen rund dreißig Interessierte vom Waldbegang mit, zu dem die Stadt Volkmarsen eingeladen hatte.

Revierleiter Rolf Henkel wählte den Bereich um das „Weiße Haus“ im Wittmarwald, um Stadtverordneten, Ortsbeiratsmitgliedern und Jagdgenossen Zustand und Vermarktungssituation zu schildern.

Trotz großer wirtschaftlicher Einbußen im Bereich der Fichten ist das Volkmarser Revier mit jeweils fünfzig Prozent Laub- und Nadelgehölz noch vergleichsweise gut aufgestellt. Für die Fichte sei der steinige Muschelkalkboden ohnehin wenig geeignet. 

Was haben die Stürme im Stadtwald angerichtet?

„Viel zu trocken, also überhaupt kein Nadelwaldrevier“, machte Henkel deutlich. Windwurf, Trockenheit und der im Frühstadium selbst für Fachleute schwer zu erkennende Käferbefall haben das ihrige dazu getan, die meist nach dem Zweiten Weltkrieg angepflanzten Fichtenbestände zu dezimieren.

 So mussten vergangenes Jahr nach Sturmtief Friedrike 12.500 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Davon seien achtzig Prozent durch Windwurf und Käferbefall angefallen. „Bei den Fichten mussten wir 8500 Festmeter mehr ernten als normal“, erklärte Henkel.

Sinkende Preise und Absatzprobleme beim Fichtenholz sprach Dr. Britta Winterhoff vom Forstamt Diemelstadt an. Die Situation habe man so noch nicht gehabt. „Den Erlös, den Sie heute aus 3000 Festmetern erzielen, hätten Sie vor drei Jahren aus 1000 Festmetern erzielt. Immer unter der Bedingung eines guten, soliden Holzverkaufs“, merkte Winterhoff an. Der Preis für Buchenholz sei gut, „aber man hat ja oft von Nadelholz gelebt“.

Wie muss der Wald jetzt umgebaut werden?

Das Problem beim Borkenkäfer sei, dass befallene Stämme eigentlich sofort aus dem Wald herausgeschafft werden müssten. Das, so Winterhoff, sei aber nicht zu schaffen.

Forstamtsleiter Martin Klein sieht die Stadt Volkmarsen als Waldeigentümerin immerhin noch in einer vergleichsweise komfortablen Lage. In anderen Bereichen sehe ganz anders aus. Im Wittmarwald könne man noch ganz entspannt zusehen, wie sich der Wald renaturiere.

Eine Umwandlung in Buchenwald, der auch auf den Standort gehöre, zeichne sich bereits ab, wie Revierleiter Henkel erklärte. In einigen Bereichen war dies beim Waldbegang gut zu erkennen. Besonders kräftige junge Buchen haben ein Markierungsbändchen erhalten, um sicherzustellen, dass ihre Kronen langfristig genügend Licht und Raum bekommen. Gesundheit und Vitalität im Wald, so Henkel, sei das A und O.

 (Von Sandra Simshäuser)

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