Erste Kundgebung in Volkmarsen

Warnstreiks für  höhere Löhne  und Recht auf Teilzeit

Warnstreik bei der Firma Phönix in Volkmarsen: Die IG Metall streitet für Lohnerhöhungen und auf die Arbeitnehmer zugeschnittene Teilzeitregelungen. Foto: Armin Haß

Volkmarsen/Arolsen. Mit Warnstreiks und Kundgebungen unterstrichen die IG Metall und mehrere Hundert Beschäftigte  bei Unternehmen im Kreisgebiet die Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn, Ausbildungsvergütung und eine Teilzeitregelung.

Vor dem Werkstor der Firma Phönix Armaturenwerke/Curtiss Wright in Volkmarsen (rund 180 Beschäftigte) unterstrich der nordhessische IG-Metall-Sekretär Walter Brück die Entschlossenheit, für die Realisierung der Forderung in den Ausstand zu gehen. Nach den „maßvollen“ Abschlüssen vor zwei Jahren sei es nun, da die Wirtschaft „brummt“, Zeit für höhere Entgelte und eine individuelle Teilzeitregelung.

Worum geht es in der Tarifrunde?

Diese sehe eine verkürzte Vollzeit bei 28 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich vor, wenn Mitarbeiter freiwillig kürzer treten wollten. Darüber hinaus werde die Teilzeitregelung mit einem monatlichen Entgeltausgleich von 200 Euro gefordert, wenn etwa für Kinderbetreuung oder Pflege eines Angehörige mehr Zeit aufgewendet werden solle.

Damit soll es auch Beschäftigten mit geringeren Einkommen ermöglicht werden, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren.

Für wen ist Teilzeit interessant?

Teilzeitregelungen träfen den Nerv der Zeit, betonte der Gewerkschaftssekretär. 86 Prozent der Beschäftigten wünschten sich laut einer Umfrage mehr Flexibilität und wollen gerne selbstbestimmt über ihre Arbeitszeit entscheiden, sagte der Gewerkschaftssekretär.

Die Unternehmer müssten den Ansprüchen der Menschen im 21. Jahrhundert Rechnung tragen. Durch solche Regelung könnten Fachkräfte gehalten werden, sagte Brück. Der Mangel von Facharbeitern sei durch das „Herunterfahren“ von Ausbildungsplätzen durch Arbeitgeber selbst mit verursacht worden.

Worauf gründen die Forderungen?

Schließlich seien Umsätze von 1,1 Billionen Euro in Elektro- und Metallunternehmen und Gewinne von durchschnittlich vier Prozent erzielt worden: „Ihr habt das geschafft!“, rief Brück den Arbeitern zu. „Wir müssen auch die kleineren und mittleren Betriebe sehen und bei den Forderungen einen Spagat vornehmen“, erläuterte Brück die Lohnforderungen.

In der Wehrtechnikindustrie in Kassel seien sogar zehn Prozent mehr Lohn diskutiert worden, die „Kollegen sind sauer, dass wir nur sechs Prozent mehr wollen“, sagte Brück.

Wo wird noch gestreikt?

Die Warnstreiks fanden am Mittwoch außerdem in Battenberg bei Hasenclever und Sohn sowie bei der Firma Essex in Bad Arolsen statt.

Für Donnerstag ist ein weiterer Ausstand bei der Firma Weidemann in Korbach geplant. Der Warnstreik beginnt um 14 Uhr und ist ebenso mit einer Kundgebung verbunden.

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