Fahrlehrer macht sich Gedanken über Häufung von Unfällen

Warum fahren so viele Autofahrer im Volkmarser Kreisel geradeaus?

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An der Beschilderung liegt's nicht: Fahrlehrer Günter Kairies hat Vorschläge, wie der Kreisverkehr zwischen Külte und Volkmarsen sicherer gemacht werden könnte.

Volkmarsen. 50 Jahre lang hat er seinen Fahrschülern vorausschauendes Fahren beigebracht. Am Verkehrskreisel im Zuge der Landesstraße L 3080 führe diese allerdings Strategie oft auf Abwege, stellt Günter Kairies fest.

Der 84-Jährige hat sich seinen eigenen Reim auf die Häufung von Unfällen am Kreisverkehr an den Volkmarser Logistikhallen gemacht: „Die Straße ist hier so breit, dass sich kaum jemand an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern hält.“

Außerdem gehe es von Volkmarsen in Richtung Külte leicht bergauf. Der Blick des vorausschauenden Autofahrers gehe über den Bahnübergang hinweg und werde vom Gegenverkehr dort abgelenkt. Wer dann nicht 100 Prozent konzentriert fahre, der könne den vor ihm liegenden Verkehrskreisel glatt übersehen.

Dass dies recht häufig passiert, beweisen die vielen Reifenspuren im Pflanzbeet. Nur selten wird dabei ein Verkehrsschild oder die Leitplanke beschädigt. So mancher Autofahrer, der am Kreisel geradeaus fährt und im Beet landet, ruft einen Landwirt an und lässt sich privat wieder herausziehen.

Freie Sicht nach Külte: Der Kreisverkehr im Zuge der Landesstraße L3080 zwischen Volkmarsen und Külte verfügt hier über eine Durchfahrtgasse für den Schwerlastverkehr: Der Autofahrer kann hier sehr schön geradeaus auf den alten Straßenverlauf blicken. Entgegenkommende Fahrzeuge irritieren mit ihrem Scheinwerferlicht.

So kommt es, dass nur wenige dieser Unfälle Einzug in die amtliche Statistik finden. Polizeisprecher Jörg Dämmer weiß daher nur von zwei 2017 registrierten Unfällen an dieser Stelle zu berichten: einmal am 22. Januar um 19.20 Uhr, ein anderes Mal am 25. November um 7 Uhr. In beiden Fällen war es dunkel.

Die von der Straßenverkehrsbehörde aufgestellten Schilder seien gut und richtig, reichten aber offenbar nicht aus, so der erfahrene Fahrlehrer Kairies. Sein Vorschlag daher: „Das Pflanzbeet auf dem Verkehrskreisel müsste so erhöht werden, dass die Sichtachse unterbrochen wird.“

Das halten wiederum die Straßenbau-Experten von hessen-Mobil nicht für machbar. Deren Sprecher Horst Sinemus erklärte dazu auf Anfrage der WLZ-Redaktion: „Dieser Verkehrskreisel hat extra eine Durchfahrmöglichkeit für den Schwerverkehr bekommen.“

Diese Gasse werde auf Antrag für Sondertransporte geöffnet. Deshalb könne man hier unmöglich ein neues, höheres Hindernis einbauen.

Auch das Aufstellen eines Kunstwerks auf dem Hügel oder das Auftürmen von Steinquadern sei nicht hilfreich, weil dadurch nur die Verletzungsgefahr bei Unfällen erhöht werde, so Sinemus.

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