Fugen auskratzen und neu füllen

Was wird am Kirchturm der Volkmarser Marienkirche gebaut?

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Der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Marien in Volkmarsen wird eingerüstet, um Schäden an den Fugen auszubesssern. In weiteren Bauabschnitten stehen weitere Sanierungarbeiten an. Im Vordergrund: Pfarrer Martin Fischer und Karl-Heinz Kollmann vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde.

Volkmarsen – Der Kirchturm der Marienkirche ist   eingerüstet worden. Grund sind Sanierungsarbeiten am Mauerwerk. Die Kosten für diese aufwendigen Arbeiten werden allerdings nicht von der Kirchengemeinde, sondern von einer Versicherung übernommen.

Vor rund 20 Jahren war das 700 Jahre alte Kirchengebäude das letzte Mal von Baugerüsten umgeben. Damals hatte die Kirchengemeinde eine Baufirma beauftragt, das Mauerwerk zu sanieren und die Fugen zu erneuern.

Der damals verwendete Fugenmörtel war offenbar nach einem untauglichen Rezept angerührt worden, denn schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass der Zement weich war und aus den Fugen herausbröckelte.

Im folgenden juristischen Verfahren ordnete das Gericht ein Beweissicherungsverfahren an und beauftragte Bausachverständige. So konnte schließlich festgestellt werden, dass der Fugenmörtel mit den falschen Zutaten angerührt wurde.

Die beteiligte Baufirma war ausreichend haftpflichtversichert, sodass die jetzt anfallenden Reparaturkosten in Höhe von rund 440 000 Euro komplett von der Versicherung übernommen werden.

Gerüstbauer in Aktion: Alle Fugen werden ausgekratzt.

Zunächst war angenommen worden, dass nur die Fugen am Kirchturm betroffen seien. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass auch die übrigen Kirchenwände zumindest partiell schadhafte Fugen aufweisen. Karl-Heinz Kollmann vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde berichtet daher, dass nun auch Chor und Marienkapelle nach schadhaften Fugen untersucht werden.

Sobald das Gerüst steht, sollen alle bröckelnden Fugen ausgekratzt werden. Sobald nicht mehr mit Frost gerechnet werden muss, beginnt die Neuverfugung.

Nach Absprache mit dem Naturschutzbund hat die Kirchengemeinde bereits im Dezember Vorkehrungen dafür getroffen, dass die Dohlen, die regelmäßig am Kirchturm brüten, während der Bauarbeiten an anderen Stellen des Kirchenbaus Nistmöglichkeiten finden. Um Missverständnisse zu vermeiden, soll nun das Gerüst am Kirchturm mit einem Netz umspannt werden, das den Dohlen den Zugang zum Turm verwehrt. Dann müssen die Brutpaare nur noch die Umleitung zu den Brutkästen finden.

Im Anschluss an die Fugenarbeiten sollen übrigens auch noch Reparaturen am Inneren des Kirchturms vorgenommen werden. Karl-Heinz Kollmann berichtet von abgewetzten Treppenstufen aus Stein, schadhaften Holzleitern und Holztreppen und manchem mehr. Schließlich müssen auch die Schallluken am Glockenturm erneuert werden. Aber diese turnusmäßigen Erhaltungskosten übernimmt am Ende die Kirchengemeinde.

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