Anregung der Bauabteilung des Bistums Fulda

Wegkreuze und Bildstöcke in Volkmarsen: Stein gewordene Alltagsfrömmigkeit

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Der Nepomuk als Brückenheiliger gehört in  Volkmarsen zum Stadtbild.  Auf Anregung des Bistums Fulda wurden jetzt alle 40 Wegkreuze und Bildstöcke im Stadtgebiet  dokumentiert. Sie sollen demnächst saniert werden. Mit dabei: Karl-Heinz Kollmann vom Verwaltungsrat der Gemeinde, Gemeindeassistent Partick Jestädt und Pfarrer Martin Fischer.

Sie sind Ausdruck einer tiefen Volksfrömmigkeit, die noch vor wenigen Jahrzehnten in vielen katholischen Gegenden zum Alltag gehören. Heute müssen die Bildstöcke und Wegkreuze, die an vielen Stellen im Volkmarser Stadtbild und in der Gemarkung zu finden sind, oft erst mit vielen Worten erklärt werden.

Volkmarsen. Besonders markant sind die Figuren des Brückenheiligen Nepomuk, die den Reisenden an der Mühlenbrücke, an der Herbser Straße und an der Warburger Straße begegnen. Aber auch an rund 40 weiteren Stellen haben Gläubige teilweise schon vor Jahrhunderten Gedenksteine und Kreuze aufgestellt.

Wo genau sich die Bildstöcke, Wegkreuze und Inschriften in Volkmarsen befinden, verrät eine Fotodokumentation, die der Gemeindeassistent Patrick Jestädt auf Anregung der Bauverwaltung des Bistums Fulda erarbeitet hat.

Heiligenfiguren gehren zum Alltagsbild

Diese Dokumentation soll Grundlage für eine groß angelegte Restaurierungsaktion des Bistums in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege werden. Voraussetzung für eine finanzielle Förderung der Restaurierungsbemühungen soll die Beteiligung der jeweiligen politischen Gemeinde sein, weiß Karl-Heinz Kollmann vom Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde.

Gemeinsam mit Pfarrer Martin Fischer und dem Gemeindeassistenten hat Kollmann die Bildstöcke und Wegkreuze noch einmal in Augenschein genommen. Die meisten dieser christlichen Wegzeichen sind den Volkmarsern so bekannt, dass sie sie im Alltag kaum noch wahrnehmen, so das Wegkreuz am Wiedelohweg in der Nähe des Feuerwehrhauses. Andere sind von Hecken umwuchert und fallen deshalb im Vorbeifahren kaum auf.

Vier Kreuze aufgestellt, an jeder Ortseinfahrt eins

Wer sich aber die Zeit nimmt, einmal genau hinzuschauen, der erkennt, dass viele der Bildstöcke immer noch von Anwohnern gepflegt werden. In manchen Nischen brennen Kerzen neben Heiligenbildern und kleinen Blumensträußen. Es gibt sie also noch, die Alltagsfrömmigkeit.

Ausdruck dieser Frömmigkeit sind auch die vier Wegkreuze, die Karl-Heinz Rest vor wenigen Jahren an den Ortseingängen aus allen Himmelsrichtungen aufgestellt hat. Beim Bau der Logistikhallen wurde ein historischer Bildstock nach Rücksprache mit der Denkmalpflege so versetzt, dass er wieder an einem der neu entstandenen Wege die Wanderer grüßt.

Nischen für Heiligenfiguren und Inschriften finden sich auch an der Außenwand des historischen Rathauses und an der Fassade der Marienkirche.

Nur die wenigsten Inschriften sind noch flüssig zu lesen. Die meisten sind verwittert und sollen im kommenden Jahr von Fachleuten entziffert werden.

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