1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Volkmarsen

Weiträumige Umgehung für Warburger Straße in Volkmarsen nötig

Erstellt:

Von: Elmar Schulten

Kommentare

Die Warburger Straße soll grundhaft erneuert werden. Dazu sind vier Bauabschnitte von 2022 bis 2024 geplant.
Die Warburger Straße in Volkmarsen soll grundhaft erneuert werden. Dazu sind vier Bauabschnitte von 2022 bis 2024 geplant. © Elmar Schulten

Obwohl der schlechte Zustand der Warburger Straße seit Jahren bekannt ist, musste das Stadtparlament in einer kurzfristig anberaumten Sitzung einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur teilweisen Kostenübernahme der Straßensanierung zustimmen.

Volkmarsen – Der für die Landesstraße zuständige Landesstraßenbaubetrieb Hessen-Mobil hatte in der vergangenen Woche den 31. Mai als Termin für die Zustimmung der Stadt Volkmarsen gesetzt, damit zum 1. Juni die Bauarbeiten ausgeschrieben werden können.

Unbestritten ist die Landesstraße L3075 in der Ortsdurchfahrt von Volkmarsen in einem schlechten Zustand. Untersuchungen der Kommunalbetriebe Nordwaldeck haben zudem ergeben, dass auch die Kanal- und Wasserleitungen erneuert werden müssen.

Stadt muss für Überbreite zahlen

Weil die Landesstraße zudem als Dauerumleitungsstrecke für die Autobahn A44 gilt, werden besondere Anforderungen an die Baustellensperrung gestellt. Bürgermeister Hartmut Linnekugel erläuterte, dass die Bauarbeiten wohl in vier Bauabschnitte aufgeteilt werden sollen: Um den ersten und zweiten Abschnitt vom Kreisel in der Gerichtsstraße bis Warburger Straße 1 noch im laufenden Jahr abschließen zu können, muss die Ausschreibung zum 1. Juni erfolgen. Der dritte Bauabschnitt bis zum Krankenhaus würde dann im Jahr 2023 abgewickelt. Der vierte Bauabschnitt vom Krankenhaus bis zum Ortsausgang in Richtung Welda würde dann 2024 ausgeführt.

Weil das Land Hessen Landesstraßen in Ortsdurchfahrten nur noch bis zu einer Breite von 6,20 Meter ausbaut, muss die Stadt Volkmarsen die vorhandenen Überbreiten selber finanzieren. Das sei immer noch günstiger als den Neubau von kompletten Bordsteinanlagen und Gehwegen. Außerdem müsse für die Planung eines geringeren Straßenquerschnitts ein umfangreiches Verfahren eingeleitet werden, so der Bürgermeister. Die Stadt sei auf der Grundlage dieses Prinzips zur Zahlung von insgesamt rund 150.000 Euro in den Jahren 2023 und 2024 verpflichtet.

„Viel zu breite Straße aus der Zeit gefallen“

Dieses „Ruck-Zuck-Verfahren“ gefalle den Grünen im Stadtparlament überhaupt nicht, wie deren Sprecher Daniel Clemens unmissverständlich feststellte. Ihm sei nicht klar, warum jetzt plötzlich alles so schnell gehen müsse. Dabei sei es doch viel sinnvoller, die aus seiner Sicht überdimensionierte Straße, die „völlig aus der Zeit“ falle, auf das nötige Maß zurechtzustutzen.

Die so gewonnen Flächen könne man nutzen, um den Wohnwert zu erhöhen, Bäume zu pflanzen und einen Radweg anzulegen, so Clemens.

Wieder eine Entscheidung unter Zeitdruck

SPD-Sprecher Bruno Kramer störte sich vor allem daran, dass die ohnehin arg gebeutelte Stadtkasse nun weitere 150 000 Euro aufzubringen habe, die nicht eingeplant gewesen seien. Im Zweifel müssten dann andere Projekte gestrichen und gestreckt werden.

Aus Sicht der FWG sorgte sich Klaus Teppe vor allem um die nötigen Umleitungsstrecken. Dazu versicherte Bürgermeister Linnekugel, dass man auf weiträumige Umleitungen für dreimal etwa ein halbes Jahr setze. Die enge Ortsdurchfahrt von Hörle müsse unbedingt vor Schwerverkehr geschützt werden. Anlieger der Warburger Straße könnten aber jederzeit auf ihre Grundstücke. Der CDU-Stadtverordnete Martin Schmand bedauerte, dass wieder einmal eine wichtige Entscheidung unter Zeitdruck gefällt werden müsse. Die Fahrbahn und die Kanäle in der Warburger Straße hätten eine grundhafte Sanierung aber nötig.

Entsprechend fiel auch die Abstimmung aus: 21 Stimmen für das Projekt. Nur die vier Grünen-Vertreter stimmten dagegen. (Elmar Schulten)

Auch interessant

Kommentare