WLZ sucht Waldecks Wort

Wer kennt dieses geflügelte Wort aus Külte?

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An Külte bist du noch nicht vorüber: 350 Külter haben ihren Beitrag zur Aktion WLZ sucht Waldecks Wort formuliert. Ihr Vorschlag ist ein ganzer Satz, der im ganzen Waldecker Land bekannt ist: „Dou bist nau ni an Külte vorüöwer“.  

Volkmarsen-Külte. Rund 200 plattdeutsche Begriffe haben die Volkmarser WLZ-Leser im Rahmen des Wettbewerbs „WLZ sucht Waldecks Wort“ gesammelt. Die Külter haben außerdem ihren Beitrag mit 350 Unterschriften an Jury-Mitglied Andreas Karl Böttcher übergeben.

Unter den Begriffen aus Volkmarsen fanden sich typische Worte wie Haketute für einen schmalen Pfad zwischen Häusern, Waskeplett für Spültuch, Bälamm für einen verwöhnten Menschen, Ahnewand für Feldrand oder Blechkuchenrand oder Hickelrad für ein kleines Rad, das von Kindern mit einem Stock vorangetrieben wurde.

Den Kültern kam es indes ganz besonders auf die Waldecker Redensart an: „Dou bist nau ni an Külte vorüöwer.“ Dieser Spruch existiert schon seit Jahrhunderten im Waldecker Land. Ilse Tilenius und Ortsvorsteher Gerhard Laabs überreichten den Beitrag.

Die Külter in ihrer Begründung: „Kein Sprichwort war früher im Waldecker Land so bekannt wie „Du bist noch nicht an Külte vorüber“. Der Ausspruch ist wahrscheinlich in den unsicheren Zeiten des Mittelalters entstanden. Er wird unterschiedlich ausgelegt: Überfälle der Raubritter der Kugelsburg, willkürliche Rechtssprechung der Femegerichte, schlechte Wegstrecken.

Pfarrer Koch, der Dichter des Waldecker Liedes, hat festgestellt, dass der Ausspruch Teil eines Reimes ist: „Biste dühr den Wittmer Wald ungerieten, un dühr Volkemissen ungeschmieten, dann biste nau nitt für Cülte iöüwer“, zu lesen im Waldecker Ortsspott von 1986 und dem Ortssippenbuch von Külte. Der Satz steht heute auf den Begrüßungsschildern vor Külte. Zum Abschluss des Fototermins vor dem Feuerwehrhaus haben die Külter zur Melodie von „Das Wandern ist des Müllers Lust“ ihr Külter Lied gesungen, in dem in allen vier Strophen der Refrain „an Külte beste noch nicht vorüber“ vorkommt. Anschließend traf sich der plattdeutsche Arbeitskreis der Bezirksgruppe Bad Arolsen im Waldeckischen Geschichtsverein. Bei dieser Gelegenheit kamen weitere Wörterlisten für den WLZ-Wettbewerb auf den Tisch, darunter 400 urtypische Wörter aus Neerdar, Landau, Braunsen und Wetterburg. Im Arbeitskreis sitzen nun auch Vertreter aus Schmillinghausen, Külte, Ehringen, Herbsen, Lütersheim, Wetterburg, Hörle, Ammenhausen und Braunsen. Erfreulich auch die Zusammenarbeit mit dem Verein „Eiringer Platt“.

Mit vereinten Kräften möchte man gemeinsam die Forschung zum Waldecker Platt intensivieren; Geschichten, Gedichte und Anekdoten sammeln und vertonen; Vokabel-Listen erstellen und insbesondere der Jugend das Plattdeutsche vermitteln. (r/es)

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