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Wie kann die Kugelsburg auch künftig erhalten werden?

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Sorgenvoller Blick hinauf zum Mauerwerk des Aussichtsturmes: Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab informierte sich bei einem Besuch in Volkmarsen über den Zustand der Kugelsburg. Von links: Erster Stadtrat Thomas Viesehon, Wolfgang Funke (Stadt Volkmarsen)Dr. Bernhard Buchstab, und Walter Schumann von der Unteren Denkmalbehörde in Korbach.

Volkmarsen. Wie lässt sich das Wahrzeichen von Volkmarsen, die Kugelsburg, für kommende Generationen erhalten. Eine Bestandsaufnahme mit dem Denkmalpfleger.

Die Ruine der Kugelsburg diente den Menschen am Fuße der Burg im 18. und 19. Jahrhundert als Steinbruch, bis die Stadt 1855 den historischen Wert erkannte und das Jahrhunderte alte Gemäuer kaufte. Seitdem haben sich Generationen von Volkmarsern bemüht, die Burg zu erhalten. Jedes Volkmarser Kind hat sich schon einmal im Hexenkeller gegruselt und mit seinen Eltern den Aussichtsturm erklommen. 

Wem gehört die Burgruine?

Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab bekannte bei seinem Besuch am Mittwoch, dass er zum ersten Mal in seiner beinah 20-jährigen Amtszeit als zuständiger Denkmalpfleger die Kugelsburg erklimme. Tatsächlich hatte die amtliche Denkmalpflege bisher nur wenig Arbeit mit dem Erhalt des 800 Jahre alten Gemäuers. Schließlich geht die Stadt Volkmarsen als Eigentümerin sehr verantwortungsvoll mit ihrem bauhistorischen Erbe um. 

In regelmäßigen Abständen lässt der Magistrat die Fugen im Mauerwerk überprüfen. Mitarbeiter der Bauhofs lassen sich - wann immer nötig - mit einem Hubsteiger zu den sichtbar herauswachsenden Büschen am Aussichtsturm fahren. Schließlich können Wurzeln in den Fugen Mauern sprengen. Nun aber scheint nach vielen Jahrzehnten die Zeit gekommen, dass der Kugelsburg noch einmal eine weitergehende Pflege zuteil wird. 

Hier muss gehandelt werden

Bei einem Rundgang mit Erstem Stadtrat Thomas Viesehon und den städtischen Mitarbeitern Bernd Pfeifer und Wolfgang Funke erkannten Bezirkskonservator Dr. Buchstab und der Denkmalexperte vom Kreisbauamt, Walter Schumann, sehr schnell, wo das Mauerwerk drückt: An immer mehr Stellen bröckelt der Mörtel aus den Fugen. 

Es bilden sich Risse und Absprengungen. Bevor die Schäden größer werden und die Statik gefährden, muss nun gehandelt werden. Eine erste Kostenschätzung von Natursteinexperten eines heimischen Steinbruch-Betriebs geht von Kosten von gut 300 000 Euro aus. Doch diese Schätzung reicht der Denkmalbehörde und möglichen Zuschussgebern nicht.

 Wie teuer wird die Sanierung?

Um die systematische Sicherung des Gemäuers sauber planen zu können, regte Dr. Buchstab Experten-Gutachten zum Zustand des Mauerwerks und der Statik an. Mit soliden Kostenschätzungen lasse sich dann die Sanierung über die kommenden Jahre planen. Möglich, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ins Boot geholt werden könne. Auch Bundes- und Landesmittel zur Sicherung der Burgruine seien denkbar, so Dr. Buchstab. 

Aber auch die Stadt als Eigentümerin werde dann sicherlich in die Pflicht genommen. Für Ersten Stadtrat Thomas Viesehon eine Selbstverständlichkeit: „Eigentum verpflichtet. Wir sind unseren Pflichten bisher immer nachgekommen. Für Volkmarser ist die Kugelsburg identitätsstiftend. Wir haben die Kugelburg auf unseren Ehrennadeln und wenn wir ein städtisches Wappen hätten, dann wäre da auch die Kugelsburg drin.“

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