Hinweisschild am Radweg

In Volkmarsen Zeichen gegen Rassismus setzen

Zeichen setzen: In Volkmarsen ist am Radweg nach Welda ein Schild „Region gegen Rassismus aufgestellt worden. Unser Bild zeigt, von links: Violeta Bat vom Netzwerk für Toleranz, Bernd Pfeiffer (Bauamt), Netzwerkkoordinatorin Ursula Müller, Bürgermeister Hartmut Linnekugel und Dr. Jürgen Römer (Landkreis Waldeck-Frankenberg).
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Zeichen setzen: In Volkmarsen ist am Radweg nach Welda ein Schild „Region gegen Rassismus aufgestellt worden. Unser Bild zeigt, von links: Violeta Bat vom Netzwerk für Toleranz, Bernd Pfeiffer (Bauamt), Netzwerkkoordinatorin Ursula Müller, Bürgermeister Hartmut Linnekugel und Dr. Jürgen Römer (Landkreis Waldeck-Frankenberg).

In Volkmarsen wird ein weiteres Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Volkmarsen – In Volkmarsen wird erneut ein Zeichen gesetzt: Ein weiteres Region gegen Rassismus - Schild ist auf dem gut genutzten Radweg zwischen Welda und der Kugeldbsurgstadt aufgestellt worden.

Weit verbreitet

Weitere Hinweisschilder prangen von der Nordhessenhalle, dem Rathaus, der evangelischen Kirche sowie privaten und weiteren städtischen Gebäuden. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg seien es inzwischen 250 Schilder, so die Projektkoordinatorin des Netzwerkes für Toleranz Waldeck-Frankenberg, Ursula Müller.

In Volkmarsen hat sich der bei der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in der Region engagierte Ernst Klein für die Installation der ersten Schilder eingesetzt. Die sind denn auch gut angekommen, wie Bürgermeister Hartmut Linnekugel berichtet: Zwei 14 und 15 Jahre junge Schüler hätten sich bei ihm gemeldet und die Anbringung des Schildes an der Nordhessenhalle gelobt.

Das ist eine Absicht

Wie wohl die Besucher des Bundesparteitags der Jungen Alternative, der AfD-Jugendorganisation, vor ein paar Wochen darauf reagiert haben, ist nicht überliefert. Die Delegierten der Nachwuchsorganisation der rechtspopulistischen AfD mussten jedes Mal beim Betreten der Nordhessenhalle das Schild passieren.

„Die Stadt möchte ihren Beitrag dazu leisten, dass die Menschen nachdenken und mitdenken. Leider ist auch auf dem Lande der Ton rauer geworden und werden entsprechende Taten auf der Straße registriert“, sagte Linnekugel.

Opfer von rassistischem Denken

Dr. Jürgen Römer (Regionalentwicklung Landkreis Waldeck-Frankenberg) wurde deutlicher und verwies auf den rechtsextremistisch motivierten Mord an dem Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke 2019 in dem nicht weit von Volkmarsen entfernten Dorf Istha.

Er sei Opfer von Rassismus geworden, nachdem er öffentlich die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen verteidigt habe.

Neue Standorte geplant

Demnächst sollen diese Schilder am Radweg auf der alten Bahnstrecke Korbach-Bad Wildungen aufgestellt werden. Auch am Ederradweg und wohl auch am Grenztrail würden weitere installiert, sagt Römer.

In Zusammenarbeit mit der Eine-Welt-Gruppe Bad Arolsen sollen nach Auskunft von Ursula Müller vom Netzwerk für Toleranz fair produzierte Fußbälle ein entsprechendes Logo bekommen.

Zusammenarbeit mit Schulen

Zudem sollen ab den siebten Klassen in den Schulen im Landkreis Workshops zum Thema Rassismus abgehalten werden. Ende Juni soll in Waldeck-Frankenberg eine Wanderausstellung mit Schautafeln auf öffentlichen Plätzen in verschiedenen Orten beginnen.

„Uns sollte es nicht stören, wenn die nunmehr aufgestellten Schilder Region gegen Rassismus manchen ein Dorn im Auge sind, sagte Dr. Jürgen Römer (Dorfentwicklung Landkreis Waldeck-Frankenberg) bei der Präsentation des neuen Hinweisschildes am Radweg nach Welda.

Schilder gestohlen

Der öffentliche Termin zur Vorstellung dieses neuen Schildes musste einmal verschoben werden. weil es kurz vorher von Unbekannten entfernt wurde. Es war nicht das erste Mal: Bereits zuvor war ein Zeichen montiert und unmittelbar darauf gestohlen worden. Wer das getan hat, darauf gibt es keine Hinweise.

„Weil diese Schilder gefährdet sind“, so Römer, „muss man sie öffentlich gut sichtbar anbringen.“ (Armin Haß )

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