Kurhessenbahn räumt Kapazitätsprobleme ein und verspricht Abhilfe

Zugausfälle zwischen Wolfhagen und Korbach haben bald ein Ende: Zwölf neue Fahrzeuge ab Montag

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Der Bahnhof in Külte: Auch hier warteten in den vergangen Wochen mehrfach Schulkinder vergeblich auf ihren Zug.   

Volkmarsen. Ganz schön ärgerlich, wenn der Zug, auf den man wartet, zu spät kommt. Noch ärgerlicher ist es, wenn er gar nicht kommt, einfach ausfällt, ohne vorherige Ankündigung. Und noch eine Stufe ärgerlicher ist es, wenn Schulkinder auf dem Weg zum Unterricht morgens vergeblich am Bahnsteig stehen. - So geschehen in den vergangenen Wochen mehrfach in Külte.

Eine Nachfrage dieser Zeitung bei der Kurhessenbahn bestätigte die Klage einer Mutter: „Ja, es kam zu Zugausfällen. - Dann haben wir kurzfristig einen Bus-Notverkehr organisiert. Und dann ist der Busfahrer weitergefahren ohne anzuhalten, weil die Mutter ihr Kind zum Warten ins Auto geholt und der Busfahrer niemand an der Haltestelle gesehen hat.“

Holger Theiß, bei der Kurhessenbahn unter anderem zuständig für die Fahrpläne und Fahrzeugläufe, erklärt die sporadischen Zugausfälle der vergangenen Wochen vor allem mit dem Mangel an Zugmaterial. Doch schon zum Fahrplanwechsel am kommenden Wochenende wird es auf einen Schlag zwölf zusätzliche Fahrzeuge auf den Schienen der Kurhessenbahn geben. Theiß: „Ab Montag sollte der Bahnverkehr auf der Strecke RB4 zwischen Kassel und Korbach wieder normal laufen.“

Das Problem der fehlenden Züge habe den ganzen Sommer über Schienenersatzverkehr mit Bussen notwendig gemacht. Dann habe es auch noch den schweren Unfall an einem Bahnübergang im Willinger Strycktal gegeben, bei dem der beteiligte Zug der Kurhessenbahn so sehr beschädigt wurde, dass er aufwendig repariert werden muss.

Ein weiterer Zug sei nach einem Suizid auf der Strecke bei Bad Laasphe vorübergehend ausgefallen.

Schließlich komme es immer wieder vor, dass sich Zugführer so kurz vor Dienstbeginn krank meldeten, so dass kurzfristig kein Ersatz zu finden sei. Auch dann komme es zu den für die Fahrgäste ärgerlichen Zugausfällen.

Doch das sei ein bundesweites Problem, so Theiß: „Es gibt zu wenig Lokführer.“ Die Zeiten, in denen kleine Jungen davon träumten, Lokführer zu werden, seien lange vorbei.

Besonders schwierig sei es, in Korbach neue Lokführer zu finden. Deshalb würden zunehmend die Dienstposten von Korbach nach Kassel verlegt. Das bedeute, der Dienstantritt sei in Kassel.

Der Lokführer aus Kassel müsse erst als Gast mit nach Korbach fahren, um dann in der Kreisstadt seinen Dienst antreten zu können. Das gehe auf Kosten seiner reinen Einsatzzeit.

So gebe es viele Einflüsse von außen, die im Einzelfall dazu führen könnten, dass kurzfristig Züge ausfallen und Fahrgäste auf dem Bahnsteig auf den nächsten Zug warten oder auf den Bus-Notverkehr umsteigen müssten.

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