Opfer des Sturms Friederike 

180 Jahre alt: "Dicke Fichte" neues Ausflugsziel im Freienhagener Wald

Am Stumpf des Baumriesen im Freienhagener Stadtwald: Die Forstwirte der Stadt Waldeck; von links Thomas Brüne, Dominic Steingräber und Andreas Emde. Foto: HessenForst, Forstamt Vöhl/pr

Waldeck-Freienhagen. 180 Jahre lang stand eine riesige Fichte wie ein Fels im Wald und trotzte Wind und Wetter.

Bis zum Januar 2018 – da stürzte der Sturm Friederike den Baumveteran. Die „Dicke Fichte“ ist inzwischen ein neues Ausflugsziel für Wanderer und Spaziergänger.

„Die Fichte hat in ihrer Kindheit schon die Revolution von 1848, die staatsrechtliche Vereinigung von Waldeck und Pyrmont 1849 und Emma von Waldeck und Pyrmont miterlebt“, weiß Revierleiter Siegfried Havel vom Forstamt Vöhl. In ihrer 180-jährigen Lebenszeit sind schon viele Stürme über sie hinweggezogen. Auch den ersten und zweiten Weltkrieg hat sie überstanden. Nun ist sie im Kern faul geworden und konnte trotz ihrer stattlichen Maße dem Sturm nicht mehr standhalten.

„Imposante Baumleiche wird nicht verkauft“

Über 30 Meter hoch und mit einem Derbholzanteil von fast 30 Kubikmetern war der Baum schon stehend ein Blickfang. Liegend überspannt er jetzt das kleine Tälchen, das einst Waldeck und Hessen trennte. Ein großer, kunstvoll behauener Grenzstein aus dem 18. Jahrhundert mit Waldecker Stern auf der einen und Hessenlöwen auf der anderen Seite zeugt davon. Er wurde beim Fall der Fichte knapp verschont.

„Diese imposante Baumleiche wird nicht an die Holzindustrie verkauft! Sie soll unseren Bürgern als Anschauungsobjekt und Wanderziel dienen“, entschied Bürgermeister Jörg Feldmann. Der Stumpf des Baums steht im Stadtwald von Waldeck, die Kommune ist somit Eigentümer. Es soll eine Hinweistafel mit wichtigen Informationen angebracht werden. 

Der Hessisch-Waldeckische Gebirgsverein will den Methusalem-Baum in die Route Ippinghausen-Freienhagen durch das Elbetal einbeziehen und markieren. Auf diese Weise werden Baum und Grenzstein als Wanderziel erschlossen. Auch der Kassel-Edersee-Radweg durch das Elbetal ist nicht weit entfernt. 

Der Weg zum Baum an der Landkreisgrenze

Wer den Baum sehen will, wandert von der Hasenmühle bei Ippinghausen durch das Elbetal bis zu einer scharfen Linkskurve des Hauptwegs kurz hinter dem ersten kleinen Teich. Dort wird der Hauptweg verlassen, der gleichzeitig der Radweg Kassel-Edersee ist. Weiter geht es auf einem Nebenweg rechts entlang eines Bächleins, das die alte Grenze zwischen Waldeck und Kurhessen bildet, heute die Landkreisgrenze.

Dort, wo dieser Weg eine starke Linkskurve beschreibt und das Bächlein überquert, liegt die „Dicke Fichte“ direkt neben dem historischen Grenzstein. Wer weiter auf dem Weg wandern will, gelangt aus dem Wald heraus, kommt an einer Jagdhütte vorbei und kann über Wiesen und Felder schon bald den Ortsrand von Freienhagen erkennen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare