Weg für Projekt des Korbacher Architekten Christoph Hesse ist frei

Abriss des "Seemannsruh" auf Scheid für "20 ways of life"

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Wird in diesen Tagen abgerissen: der gesamte Komplex um das Haus „Seemannsruh´“ auf der Halbinsel Scheid, teilt Bürgermeister Jürgen Vollbracht mit. In nicht-öffentlicher Sitzung hat die Stadtverordnetenversammlung das Gelände an den Korbacher Architekten Christoph Hesse verkauft, der das Projekt „20 ways of life“ mit Häusern individueller, zukunftsweisender Architektur dort verwirklichen will.

Scheid – Das alte Gehöft auf dem früheren Campingplatz Meier wird ab etwa Mitte August abgerissen. Noch in dieser Woche beginnt das Entrümpeln.

Auf dem weitläufigen Areal oberhalb der Liegewiese plant der Korbacher Architekt Christoph Hesse mit Kollegen außergewöhnliche Wochenendhäuser für das Wohnen und Arbeiten im Grünen unter dem Thema „20 Ways Of Life“ (Lebensweisen). „Das Interesse ist rege. Wir wollen das Projekt in drei Phasen realisieren“, erklärt er. Die Grenzen zwischen Arbeiten und Wohnen verschwimmen zusehens: Auf dieser Erkenntnis fußt das Vorhaben. Die Wochenendhäuser sollen ihren Besitzern später auch Gelegenheit bieten, umgeben von der Natur, kreativ tätig zu werden, wann immer ihnen danach ist. Hesse ist zuversichtlich, dass dieses Konzept mit denen, die es leben, in die Region ausstrahlt. Die Stadt Waldeck hat die baurechtlichen Voraussetzungen für das Umsetzen geschaffen, damit das Projekt starten kann, erläuterte Bürgermeister Jürgen Vollbracht. In der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause wurde der Grundstücksverkauf an den Korbacher Architekten unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen. Die Fläche des ehemaligen Campingplatzes ist insgesamt 3,6 Hektar groß. Davon sind laut Bürgermeister Vollbracht etwa 21 000 Quadratmeter bebaubar. Von einigen Grundstücken hat man die Waldecker Burg im Blick. Der vorhandene Baumbestand zur Liegewiese bleibt erhalten. Dem Neubau der Ferienhäuser weicht der alte, zum Teil baufällige Hof: Die seit Jahren leer stehende Gaststätte und Pension Haus Seemannsruh mit Wirtschaftsgebäuden wird abgerissen. Zwei Container, die vor einigen Jahren von der Stadt als Ausweichquartiere für Flüchtlinge erworben und an dem Hof aufgestellt wurden, sollen entsorgt werden. Der Käufer aus dem Edertal habe die Frist zum Abholen verstreichen lassen, erläutert Vollbracht. 18 Architekten aus 17 Ländern sowie Architekturstudenten der Uni Kassel sind an dem Projekt auf der Halbinsel Scheid beteiligt. Sie planten Häuser im Grünen, die den „Geist des Ortes“ aufnehmen. Unter den kreativen Ideen sind beispielsweise „Einraumhaus“, „Living-Garden-House“ und ein Entwurf, der von einem Baumhaus inspiriert wurde. Die einzelnen Grundstücke für die Bebauung sind jeweils 500 bis 800 Quadratmeter groß. Das Edersee-Projekt wurde international ausgestellt, unter anderem in Nizza, New, York, Shanghai und Sachsenhausen.

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