Drei Millionen Euro Investitionen geplant

Altes Hofgut: Wochenmarkt und Genuss-Manufakturen für die Stadt Waldeck am Edersee

Kleine Plakate am Hofgut-Gebäude informieren darüber, was hier ab 2022 entstehen soll.
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Kleine Plakate am Hofgut-Gebäude informieren darüber, was hier ab 2022 entstehen soll.

Hubertus Nottscheid aus Waldeck am Edersee will drei Millionen Euro in ein altes Hofgut stecken und es zum kulinarischen Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen machen.

Höringhausen – Im und am Höringhäuser Hofgut in der Stadt Waldeck am Edersee soll sich treffen, wer gerne regionale Spezialitäten genießt und sich zugleich für die heimische Küche mit dem versorgen möchte, was das Waldecker Land und seine Nachbarschaft vom Feld und aus dem Stall zu bieten haben.Eine zentrale Rolle für den Wochen- oder Wochenendeinkauf soll ein Markt einnehmen, der möglichst jeden Samstag – möglichst das gesamte Jahr über – Gemüse, Käse, Wurst und weitere Produkte von Direktvermarktern und anderen Beschickern aus der Region um die Stadt Waldeck am Edersee feil bietet.

„Ziel ist es, diesen Wochenmarkt zum ersten Mal an Ostern 2022, am 16. April, zu veranstalten“, sagt Nottscheid. Der große Höringhäuser Dorfplatz vorm Hofgut mit dem Brunnen als Blickfang bilde einen idealen Rahmen für Essen, Trinken und Einkaufen im Ortskern in klassischer Marktatmosphäre. Er habe mit heimischen Anbietern über Direktvermarkter-Foren und andere Kanäle bereits Vereinbarungen dazu getroffen, fügt Nottscheid hinzu. „Von der Stadt Waldeck fühlen wir uns mit den Plänen ebenfalls sehr gut angenommen“, sagt er.

Regionalladen, Brauerei, Obstbrand-Destillerie, Kaffeerösterei, Chocolaterie im alten Hofgut nahe Edersee

Das Gebäude des alten Hofgutes in der Stadt Waldeck am Edersee beherbergt dem Gesamtkonzept zufolge in Zukunft einen Regionalladen, um den herum sich Manufakturbetriebe für regionale Speisen und Getränke gruppieren: eine kleine Brauerei, eine Obstbrand-Destillerie, eine Kaffeerösterei und ein Chocolaterie. Für die zwei letztgenannten Angebote ist sich Nottscheid nach eigener Aussage mit einem namhaften nordhessischen Anbieter einig.

Die Obstbrand-Destillerie könnte schon im Herbst 2022 mit dem Brennen beginnen.

Die Brauerei will der Waldecker, der lange in dieser Branche aktiv war, selbst aufziehen. Partner sucht er sich für die Abfüllung und die Logistik. Die Herstellung des Obstbrandes übernimmt das Team, das mit Nottscheid auch die Destille betreibt, die dem Laden „Wildes aus Waldeck“ am Waldecker Marktplatz angeschlossen ist.

Neue Destille zieht in alte Kornbrennerei des früheren Hofgutes in der Stadt Waldeck am Edersee

„Das Besondere an diesem Projekt: Die neue Destille zieht in die alte Kornbrennerei des Hofgutes ein, deren Räume noch so exitieren wie früher“, erzählt Nottscheid: das Labor etwa oder der Keller zum Lagern der Fässer. Der Geschichtsverein hat ihm Informationen zum „alten Schock“ geliefert. So hieß der Pächter, der seinerzeit einen gleichnamigen Schnaps brannte. Auch mit dem Denkmalschutz gebe es keine Probleme angesichts der Tatsache, dass dieser Teil des Hofgutes so genutzt werden soll, wie es in der Historie gang und gäbe war.

Hubertus Nottscheid (rechts) betreibt mit dem Wildunger Simon Andreas bereits eine Destille im Ortsteil Waldeck.

Noch im Dezember des laufenden Jahres will Nottscheid den Bauantrag für sein Projekt einreichen. Den Start der Destille zum Herbst, zur Erntezeit, hält er für realistisch. Auch für die Brauerei sieht er Perspektiven. Bevor der Rest des alten Hofgutes fertig saniert ist, soll auf dem Freigelände ein provisorischer, kleiner Laden, neudeutsch „Pop up-Store“ erste Regionalwaren verkaufen. (Matthias Schuldt)

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