Erfassen in allen Stadtteilen

4000 Bäume auf der Liste: In Waldeck wird ein Baumkataster erstellt

Regelmäßige Pflege und Kontrolle sind Pflicht: Detaillierte Daten zu Zustand, Gefahrenpotenzial und Standort der Bäume auf städtischen Flächen in allen zehn Waldecker Stadtteile sollen erfasst werden; im Bild die bei Spaziergängern beliebte Uferpromenade am Strandbad am Edersee.
+
Regelmäßige Pflege und Kontrolle sind Pflicht: Detaillierte Daten zu Zustand, Gefahrenpotenzial und Standort der Bäume auf städtischen Flächen in allen zehn Waldecker Stadtteile sollen erfasst werden; im Bild die bei Spaziergängern beliebte Uferpromenade am Strandbad am Edersee.

In der Stadt Waldeck wird ein städtisches Baumkataster erstellt.

  • In der Stadt Waldeck starten die Arbeiten für ein städtisches Baumkataster.
  • Eine beauftragte Firma aus Flechtdorf erfasst insgesamt 4000 Bäume in allen zehn Waldecker Stadtteilen.
  • Im Fokus sind zunächst 2500 Bäume auf städtischen Flächen in Innerortslagen.

Waldeck – In den zehn Waldecker Stadtteilen wachsen rund 4000 Bäume innerorts auf städtischem Grund und Boden. Linden, Ahorn-Bäume, Ebereschen, Rotbuchen, Kiefern, Birken und viele andere Arten spenden Schatten auf Spielplätzen, sind Blickfang an Straßenrändern und Lebenraum für Tiere. Alle Bäume in den Ortslagen sollen nun Zug um Zug für das gesetzlich vorgeschriebene Baumkataster erfasst werden.

Magistrat gibt knapp 18 000 Euro für den Start des Baumkatasters frei

Der Magistrat erteilte den Auftrag dafür an eine Firma aus Flechtdorf und gab zum Auftakt der aufwendigen Registrierung knapp 18 000 Euro frei. „Vorgesehen ist es, erst einmal einen Teil der Bäume zu erfassen“, erläutert Bürgermeister Jürgen Vollbracht das weitere Vorgehen, denn „das ist enorm arbeitsintensiv.“

Neu gepflanzte und junge Bäume rücken bei der Erfassung zunächst in die Warteschleife. Im Fokus stehen am Anfang ältere Stämme, die schon regelmäßig im Rahmen der Verkehrssicherheitspflicht auf Schäden und Totholz kontrolliert werden. Ein als Baumkontrolleur ausgebildeter Gärtner beurteile bereits zweimal im Jahr durch Sichtkontrolle das Gefahrenpotenzial.

Bäume in Feldgemarkung werden nicht erfasst

In der Regel werden Bäume einmal in der Vegetationsperiode mit Laub und einmal in der Wintersaison ohne Laub auf verkehrsgefährdende Schäden an Wurzel, Stamm und Krone untersucht.

Wird eine Gefahr erkannt, kann der Baumkontrolleur Pflegemaßnahmen empfehlen. Dazu gehören häufig: Entfernen von Totholz, Anbringen von Kronensicherungssystemen, unter Umständen auch Kroneneinkürzung oder das Fällen des Baumes. Die Stadt sei in der Haftungspflicht, betonte Vollbracht. Bäume in der Feldgemarkung stehen für eine Erfassung aktuell nicht im Fokus.

Auch Naturdenkmale in Waldecker Stadtteilen wie die stattliche Linde im Ortsteil Sachsenhausen, die Friedensbuche in Ober-Werbe, die Friedhofslinde in Alraft oder die Gerichtseiche in Freienhagen bleiben bei der Aufnahme in das städtische Baumkataster außen vor, denn sie seien bereits erfasst und würden durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg betreut.

Weitere Investitionen in Sicherungsmaßnahmen im Forst und am Waldecker Schlossberg

In die Verkehrssicherungspflicht investiere die Stadt Waldeck auch an anderen Bereichen des Stadtgebiets enorme Summen. Bürgermeister Vollbracht verweist in diesem Zusammenhang auf Maßnahmen im Forst und am Waldecker Stadtrand. Allein in die Sicherung entlang von Waldwegen im städtischen Forst investiere die Kommune rund 50 000 Euro im Jahr.

Und 10 000 Euro kamen laut Vollbracht unlängst bei Maßnahmen zusammen, die kürzlich am Waldecker Schlossberg abgeschlossen wurden.

Dort wurde vor einigen Jahren bereits der Ruf laut, die aussichtsreiche Stelle freizuschneiden. Dem kam nun die Natur zuvor: Wegen der entstandenen Trockenheitsschäden wurde der Wald gelichtet. Betrüblich aus Sicht von Bürgermeister Vollbracht: „Damals hätte man für die Entnahme Geld bekommen.“ Jetzt seien dafür Kosten zu tragen.

Baumkataster: Daten zu Baumart, Alter, Standorte und Risiko

Ein Baumkataster ist ein Verzeichnis, in dem Stadt-, Straßen- oder Park-Bäume verwaltet und identifiziert werden. Es bringt Klarheit über Baumbestand, Anzahl und Art der Bäume und deren Standorte. Digitale Kataster nutzen GPS-Koordinaten.

Erfasst werden umfangreiche Daten, darunter Kennzeichnung und Bezeichnung des Baumes, zugehörige Anlage, auf der er steht, Standort, Gattung/Baumart, Pflanzjahr und Alter – sofern bekannt. Festgehalten werden darüber hinaus Informationen zur Risikoeinschätzung im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht, Kontrolldaten sowie Dokument- und Fotohinweise.

Auch Zustand, Höhe, Durchmesser und weitere Auffälligkeiten sind Bestandteile der Erhebung. Quelle: Wikipedia

(Cornelia Höhne)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare