Im Stadtparlament beschlossen

Waldeck auf Weg in gemeinsame touristische Marketinggesellschaft: Beitritt in „Edersee Touristic“ zum 1. Januar

Kurs auf eine gemeinsame Vermarktung des Edersees: Die Stadt Waldeck erklärt den Beitritt zur neuen touristischen Marketinggesellschaft und peilt den Neustart mit den Partnern Edertal, Vöhl und Bad Wildungen an. ARCHIV
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Kurs auf eine gemeinsame Vermarktung des Edersees: Die Stadt Waldeck erklärt den Beitritt zur neuen touristischen Marketinggesellschaft und peilt den Neustart mit den Partnern Edertal, Vöhl und Bad Wildungen an.

Ein Schritt zur gemeinsamen touristischen Vermarktung des Edersees ist vollzogen. Die Stadt Waldeck tritt zum 1. Januar 2021 in die bestehende Edersee Touristic Gesellschaft ein.

  • Die Stadt Waldeck beendet ihren Alleingang und nimmt Kurs auf eine gemeinsame touristische Vermarktung am Edersee.
  • Das Stadtparlament hat den Beitritt in die bestehende Edersee Touristic Gesellschaft beschlossen.
  • Die neue Marketinggesellschaft mit den Städten Waldeck und Bad Wildungen und den Gemeinden Edertal und Vöhl soll später in Edersee Marketing GmbH umbenannt werden.

Waldeck – Das beschloss das Stadtparlament gegen die Stimmen der FWG.

Die Gesellschaft zur Förderung des Fremdenverkehrs soll später in Edersee Marketing GmbH umbenannt werden.

Die Städte Waldeck und Bad Wildungen wollen als neue Mitglieder einsteigen. Partner sind die Gemeinden Edertal und Vöhl, die bereits Mitglieder sind. Das Stammkapital der Gesellschaft wird um 18 000 Euro auf 72 000 Euro erhöht. Dazu wird ein neuer Geschäftsanteil an die Stadt Waldeck ausgegeben. Der derzeitige Anteil der Fördergesellschaft Edersee wird an Bad Wildungen übertragen. Dieser Vertrag muss noch abgeschlossen werden.

FWG mahnt einige Punkte an und fordert Überarbeitung des Vertragsentwurfs

Heftige Diskussionen drehten sich in der Sitzung am Freitagabend in der Stadthalle in Sachsenhausen um einen Änderungsantrag der FWG. Fraktionsvorsitzender Martin Germann forderte die Rücküberweisung des Vertragsentwurfs an den Magistrat. Der Freie Wähler vermisste darin unter anderem Kontrollmöglichkeit der Parlamente, Informationspflicht des Geschäftsführers und Haushaltsgenehmigung durch die Gesellschafter.

Ungeklärt sei auch die Rückvergütung von Leistungen, die in einzelnen Gemeinden von städtischem Personal erbracht werden, in anderen aber durch Mitarbeiter der Marketinggesellschaft. Germann stellte klar: „Wir sind nicht gegen die Marketinggesellschaft sondern wollen nur, dass diese auf einem verlässlichen Fundament steht.“

Heftiger Gegenwind von allen anderen Fraktionen im Waldecker Stadtparlament

Heftiger Gegenwind kam dazu von allen anderen Fraktionen. Verwundert zeigte sich Jürgen Schanner (Grüne): „Wir haben im Ausschuss alle Fragen und Bedenken, die die FWG von der FWG vorgebracht worden, erklärt bekommen.“ Die Fraktion hätte auch im Magistrat mitwirken können.

Dr. Harald Schaaf (SPD) sah ebenfalls keinen Grund für Nachbesserungen: „Der Vertrag ist juristisch geprüft.“ Eine Ablehnung würde Interessen schädigen und den Start der neuen Gesellschaft verzögern. Hier liege ein kompetentes Vertragswerk vor, ergänzte sein Fraktionskollege Michael Keller. „Einige der kritisierten Punkte treffen einfach nicht zu.“

Fronten bleiben verhärtet

Daniel Hankel (FDP) forderte auf, endlich wegzukommen von der „Kleinstaaterei“ bei der Vermarktung am Edersee. „Wir sollten uns einen Ruck geben und diese Gesellschaft auf den Weg bringen. Wir haben dann immer noch die Möglichkeit, nachzubessern.“

Karl Schwalenstöcker (CDU) stimmte seinen Vorrednern voll umfänglich zu. „Die Einwände der FWG können wir auch nicht nachvollziehen – wir lehnen den Antrag ab.“ Auch Bürgermeister Jürgen Vollbracht zeigte sich irritiert von dem Antrag.

Germann versuchte noch einmal zu überzeugen. Waldeck zahle künftig 175 000 Euro als jährlichen Betriebskostenzuschuss, „da ist es sicherlich nicht zuviel verlangt, dass die wichtigsten Punkte sauber und unmissverständlich geklärt sind“.

Die Fronten blieben aber auch nach seinem Einwand verhärtet. „Diese Diskussion ist für das gesamte Parlament unwürdig“, fand SPD-Sprecher Schaaf. Martin Merhof (FDP) betonte: „Wer heute dagegen stimmt, stimmt gegen die gemeinsame Edersee-Vermarktung.“

Der Antrag wurde mit 20 Gegenstimmen abgelehnt. Nach langjährigem Alleingang der Stadt Waldeck wurde der Beitritt in die Edersee Touristic beschlossen. 20 Abgeordnete votierten dafür, drei Abgeordnete der FWG stimmten dagegen.

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