Rund 1 Million Kubikmeter zusätzlich fließen aus der Talsperre

Edersee gibt Wasser ab für ein Lichterfest an der Weser

Zur Eröffnung der Wachsaison noch gut gefüllt: Mit Wasser aus dem Edersee wird be i der anhaltenden Trockenheit die Schifffahrt auf der Weser unterstützt, zusätzlich fließt eine Welle für das Lichterfest in Bodenwerder. Foto: Conny Höhne

Edersee – Für das Lichterfest in Bodenwerder – laut Veranstalterverein unter anderem mit Norddeutschlands größtem Musik-Höhenfeuerwerk – gibt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) zum Wochenende hin eine Welle aus dem Edersee ab.

Zwischen knapp 900 000 und knapp 1,4 Millionen Kubikmetern zusätzlich fließen damit aus der Talsperre. Zwei Tage lang.

Die Abgabe wurde dazu am Mittwochabend, 18 Uhr, auf 32 Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Dieser Wert bleibt voraussichtlich – in Abhängigkeit von möglichen Niederschlägen – laut WSA bis zum Freitag, 18 Uhr, eingestellt. 

Die Welle zum Wochenende fällt zusammen mit dem Ende der hessischen Sommerferien. Den nordrhein-westfälischen Schülern bleibt noch eine Woche, sodass die Hauptsaison am Edersee kurz vor ihrem Ende steht.

 Zuletzt hatte die Abgabe aus dem Edersee bei 24 bis 27 Kubikmetern pro Sekunde gelegen. Sie reichte zeitweise aber nicht aus, um den zwecks Wassersparens ohnehin um 5 Zentimeter niedrigeren Pegel in Hann. Münden zu halten. Teils lag er über einen oder mehrere Tage hinweg um weitere rund fünf Zentimeter niedriger. Das weisen die öffentlich einsehbaren Kurven des Amtes in Hann. Münden aus.

Der Grund nach Angaben der Experten: Es handele sich um kein technisches System wie das Leitungsnetz eines Gebäudes, sondern um ein natürliches, auf das viele schwer zu berechnende und schwer vorherzusehende Faktoren Einfluss nehmen: von den Niederschlägen bis hin zu schwankenden Gegebenheiten in den beteiligten Flüssen und Bächen.

Dementsprechend sei es unmöglich, Pegel zentimetergenau über die Abgabe aus der Talsperre zu steuern.

Edersee-Kapitän: Sommer 2019 zu warm

Die „Weiße Flotte“ auf dem Edersee fährt derzeit nicht die Sperrmauer-Westseite an. Das habe aber nichts mit dem niedrigen Wasserstand zu tun, sagt Kapitän Thorsten Meyer. „Wir warten auf ein Ersatzteil, das extra für uns produziert wird.“ Nach Einbau und TÜV-Abnahme werde die Westseite dann wieder wie gewohnt angelaufen. 

Im vorigen Jahr war der extrem niedrige Wasserstand die Ursache, dass die großen Schiffe nicht mehr an der Sperrmauer anlegten. 

Generell verhindere Niedrigwasser aber nicht die Personenschifffahrt auf dem Edersee. Meyer: „Wir fahren bei jedem Wasserstand.“ Der Sommer 2019 war aus Sicht des Kapitäns schlechter Durchschnitt. „Es war zu warm – da wird lieber gebadet anstatt mit dem Schiff zu fahren."

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