Spektakulärer Einsatz an Steilwand unterhalb der Klosterruine

Ober-Werbe: Höhenretter an Steilwand - Großkran hievt Felsbrocken ins Tal

Höhenretter von THW Korbach und Willinger Bergwacht kleideten den Felsbrocken in ein Netz. Am Haken des Großkrans gelangte er sicher auf die Erde.

Waldeck-Ober-Werbe – In einer spektakulären Aktion brachen Höhenretter des THW Korbach und der Bergwacht aus Willingen am Samstag einen lockeren Felsbrocken aus der Felswand unterhalb der Klosterruine heraus.

Der Kalkfelsen wurde verpackt in ein Netz. Ein Großkran hievte die tonnenschwere Last sicher ins Tal. Zahlreiche Schaulustige verfolgten den mehrstündigen Einsatz.

Ausgelöst wurde er durch einen Hinweis. Ein lockerer Felsen drohe abzustürzen, hieß es. Laut Einsatzleiter Stefan Faißt, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW in Korbach, wurde die Gefahrenstelle besichtigt und eine Drohne zur Befliegung des Steilhangs eingesetzt. „Da wurde festgestellt: Es ist Gefahr im Verzug.“

Der Fels lag nicht nur locker, in den Spalten des Kalkgesteins hatte sich auch Regenwasser gesammelt. Einsetzender Frost könnte den Felsbrocken vom Berg absprengen, befürchteten die Beobachter. Zum Schutz der Wohnhäuser unterhalb der Gefahrenstelle und um Lebensgefahr durch einen Felsabbruch abzuwenden sollte der lockere Stein abgetragen werden.

Wie – das loteten Mitarbeiter von THW, Stadt Waldeck und eines Kranbetriebs aus Warburg im Vorfeld an dem Felsmassiv aus. Am Freitagabend wurde dann ein 350-Tonnen-Mobilkran aufgestellt und mit 100-Tonnen-Gegenballast gesichert. „Wir sind von einem etwa fünf Tonnen schweren Felsbrocken ausgegangen“, sagt Nils Tuschen von dem Warburger Kranbetrieb.

Drei Höhenretter des THW, zwölf Einsatzkräfte des Technischen Zugs mit Unterstützung dreier Höhenretter der Bergwacht in Willingen arbeiten sich am Samstagmorgen an der Felswand vor. Ziel war es, den tonnenschweren Stein in ein Netz zu verpacken. 

Besondere Herausforderung war die Arbeit an einem Steilhang, sagte Einsatzleiter Faißt. „Es ist eine komplizierte Sache, den Stein transportfähig in das Netz zu bekommen.“ Aber es klappte reibungslos. 

Mit Hilfe eines 20-Tonnen-Hebekissens sicherten die Bergretter den Stein für den Abtransport. Nils Tuschen, der den mobilen Großkran bediente, hatte die schwere Fracht sicher am Haken. Der Weg des Kran-Auslegers zur Gefahrenstelle war vorher mit Laser vermessen. Beim Einsatz am Samstag war die Strecke zwei Meter kürzer als gedacht – 70 Meter Mastlänge waren da erreicht.

Und der Fels war flacher als erwartet. Drei Tonnen schwebten am Stahlseil und gelangten sicher auf die Erde. 

In 2009 stürzte ein tonnenschwerer Felsbrocken von der Steilwand ins Tal

Der Felsbrocken liegt dicht neben den Resten eines rund fünf Tonnen schweren Steins, der in 2009 von dem Felsmassiv abgebrochen und auf die Straße gestürzt war. Um Gefahren bei weiteren Felsabbrüchen abzuwenden, ließ die Stadt Waldeck damals einen 65 Meter langen und drei Meter hohen Wall anlegen, der abbröckelnde Steine auffangen sollte. 

Die damals schon geplante Sanierung der Klosterruine wurde nach dem Felsabsturz auf Eis gelegt. Erst im Herbst 2019 – und damit zehn Jahre später – startete die Sanierung. Vor wenigen Tagen erst endet der erste Bauabschnitt. Nächstes Jahr sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. Kosten: Über 250 000 Euro.

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Bilder vom Einsatz der Höhenretter in Ober-Werbe

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