Konzert in der Kirche

Musikalische Reise von Netze nach "Musighistan" mit Paul Hoorn und seinen Freunden

Paul Hoorn und seine Freunde traten in Netze auf. Foto: Ursula Neubauer

Waldeck-Netze – In das imaginäre Land der Musik, wo Fremde zu Freunden werden, wo Trennung und Angst verschwinden, wo die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Frieden eine Chance hat, reisten 120 Besucher der Netzer Kirche bei einem besonderen Konzert. Paul Hoorn und seine Freunde nahmen ihre Zuhörer mit nach „Musighistan“.

Vier exzellente Musiker präsentierten Lieder unter anderem aus dem Iran, aus Afghanistan und Europa. Weltmusik in persischer, türkischer, griechischer, hebräischer, polnischer und jiddischer Sprache spielten und sangen Paul Hoorn aus Dresden, Karolina Trybala aus Polen und Ali Pirabi und Mojib Majidi, Flüchtlinge aus Afghanistan.

Das Programm war so vielseitig wie die Musiker am Mikrophon. Lieder über die Heimat, die Sehnsucht nach dem Süden, über die Liebe, die Wintersonnenwende in Persien und eine Rose erklangen und sogar ein Loblied auf Maria wurde angestimmt. Obwohl die Texte oft in einer fremden Sprache gesungen wurden, waren die Besucher von der eindringlichen und gefühlvollen Darbietung ergriffen und spendeten oft und viel Applaus.

Wenn Paul Hoorn mit der Flöte, Mojib Majidi mit Gesang und Karolina mit Gesang und Trommel klagten „Meine Heimat, du bist meine einzige Liebe“ oder Ali Pirabi auf seiner Langhalslaute sich „als Fremder im eigenen Land fühlt, denn vom Stacheldraht ist die Sonne zersprungen“, ging das unter die Haut.

Ungewöhnliche Instrumente, wie beispielsweise das indische Harmonium oder das Santur, das dem bayerischen Hackbrett ähnelt, rundeten das eindrucksvolle Konzert ab. Als Überraschungsgast trat spontan Kooshan Baheri (Korbach), ein Flüchtling aus Afghanistan, mit einem wunderschönen Liebeslied auf.

Am Ende des fast dreistündigen Konzertes präsentierte das Quartett einen Song, der nicht aktueller sein kann: Bob Dylans „Master of the War“, eine Anklage gegen die Kriegsherren der heutigen Zeit. Als Zugabe folgten Klezmer Musik mit Karolina Trybala und ein polnisches Liebeslied. Dabei stimmte das gesamte Publikum bei dem Refrain „Oi,oi,oi!“ lautstark mit ein. Ute Wiesenberg und Sibylle Teuber-Blechschmidt vom Vorstand des Fördervereins „Kinder, Jugend und Kultur Waldeck“ würdigten Helfer und Unterstützter der Veranstaltung, darunter das Backhaus-Team, das die Gäste mit köstlichen Leckereien aus dem Netzer Backhaus versorgte.

Als ein „Aufeinanderprallen und Versöhnung der Kulturen und Religionen“ bezeichnete Pfarrer Til Anders Follmann das Konzert.

Der Veranstaltungsreigen des Waldecker Kultursommers klingt an diesem Wochenende mit einem Konzert am Edersee aus. Am Freitag, 27. September, ab 19 Uhr im Strandhaus Nr. 12 in Waldeck-West findet ein musikalischer Abend mit der Blues Rock Band „Aching Bones“ statt

Von Ursula Neubauer

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