Zuschüsse bereit, aber Baubeginn noch nicht in Sicht

Sanierung der Klosterruine in Ober-Werbe unter Druck geraten

Ins Stocken geraten: Arbeitskreis zum Erhalt der Klosterruine in Ober-Werbe, Ortsbeirat und Freunde des Wahrzeichens im Werbetal sorgen sich um die geplante Sanierung, wenn zugesagte Fördergelder nicht in diesem Jahr abgerufen werden können; von links Ortsvorsteher Wilhelm Emden, Luca Best, Lars Meermann, Hendrik Emden, Susanne Emden, Monika Best, Andreas Best, Pfarrer Werner Hohmeister, Gerhard Schaller. Foto: Conny Höhne

Ober-Werbe – Seit Jahren kämpfen die Ober-Werber für den Erhalt der Klosterruine. Ende 2018 schien das Projekt auf einem guten Weg. Jetzt ist es überraschend ins Stocken geraten.

Ortsbeirat und Freunde des Wahrzeichens im Werbetal befürchten, dass zugesagte Zuschüsse in sechsstelliger Höhe in diesem Jahr nicht mehr abgerufen werden können und verfallen.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, verweist Ortsvorsteher Wilhelm Emden als Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt der Klosterruine auf die erforderlichen Anträge, die im November auf den Weg gebracht worden seien. Inzwischen stünde Fördergeld von Bund (120 000 Euro), Land (80 000 Euro) und Deutscher Denkmalstiftung (20 000 Euro) bereit. Zudem steuere der Landkreis 50 000 Euro, die Stadt 40 000 Euro dazu.

Zuschüsse aus den Fördertöpfen seien erst nach begonnener Sanierung abrufbar. Die ist aber noch in weiter Ferne. Im April hat der Magistrat den Auftrag an ein Planungsbüro vergeben, das die Sanierung der Mauerreste für die Ausschreibung vorbereitet, erläutert Bürgermeister Jürgen Vollbracht auf WLZ-Nachfrage. Das könne drei bis vier Monate dauern. Dann würden die Arbeiten ausgeschrieben, mit einer Frist für einen baldigen Baubeginn.

Die angespannte Lage auf dem Bausektor macht den Freunden der Klosterruine wenig Hoffnung auf einen schnellen Baustart. Auch das Wetter im Herbst könnte die Pläne durchkreuzen. „Einige Arbeiten können nur ausgeführt werden, wenn die Temperatur konstant über fünf Grad liegt,“ informiert der Bürgermeister.

Die grundsätzliche Sanierung der Ruine sieht Vollbracht nicht in Gefahr. „Es ist aber wichtig, dass wir das dieses Jahr noch an den Start kriegen.“ Dann könnten vorrangig die Fördergelder investiert werden, die unbedingt noch in 2019 abgerufen werden müssen. Dazu zählt der Ansatz der Denkmalstiftung. Vom Bund liege inzwischen eine Zusage vor, dass dessen Zuschüsse auch noch in 2020 verfügbar seien. Vom Land sei noch keine Stellungnahme eingegangen.

Über 8000 Euro an privaten Spenden sind laut Ortsvorsteher Emden bislang in einem Spendentopf des Fördervereins zusammen gekommen. „Spendenbescheinigungen werden aber erst nach Abschluss der Maßnahme ausgestellt.“ Gerhard Schaller, Mitglied im Arbeitskreis, betonte: „Das Kleinod Waldecks muss unbedingt erhalten werden.“ 

Gut angenommen wird nach Angaben von Ortsbeiratsmitglied Susanne Emden das „Klosterpfädchen“, das aus dem Projekt heraus entstanden ist und über das Leader-Programm gefördert wurde. Es soll auch in die geplante Edersee-App integriert werden. „Wir wollen schließlich an einem Strang ziehen."

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