Mauerreste über dem Werbetal vor dem Verfall sichern

Ober-Werbe: Sanierung der Klosterruine geht weiter

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Baustelle mit Panoramablick: Die Klosterruine in Ober-Werbe. Fotos: Conny Höhne

Ein Teil der Mauerreste der Klosterruine samt des Schornsteins ist eingerüstet für den zweiten Bauabschnitt.

Ober-Werbe – Mit Volldampf gehen die im Herbst begonnen Arbeiten weiter. Die aktuelle Witterung ist aus Sicht des Bauteams nahezu perfekt. „Es ist nicht zu warm, nicht zu kalt – 20 Grad bei bewölktem Himmel ist für uns optimal“, sagt Zsolt Sebestyen von der Hatzfelder Baufirma Baukult, die sich auf Restauration spezialisiert hat.

Zwei verschiedene Sandzusätze

 Im vorigen Jahr wurden Mauerkrone und Außenmauer am Wahrzeichen im Werbetal neu verfugt, um es vor dem Verfall zu retten. Nach der Winterpause ist jetzt die Innenseite mit den Rundbogenfenstern dran. Marode Fugen werden ausgekratzt, Steine gesäubert und mit Spezialmörtel wieder eingebaut.

Erste Mauerreste der Klosterruine sind gesichert. Für den zweiten Bauabschnitt wurde bereits der Schornstein eingerüstet

„Wir haben zwei verschiedene Sandzusätze“, zeigt Facharbeiter Helmut Irle. Es soll möglichst ein ähnliches Material verwendet werden wie einst beim Bau des romanischen Klosters, das schon um 1038 bestanden haben soll.

Farbtöne sind vorgegeben

Vorteile des verwendeten Bindemittels: „Dieser Mörtel kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.“ Die so genannte Sinterhaut, die sich beim Abbinden bilde, werde wieder vorsichtig abgekratzt. Wenn diese Kalkschicht entfernt sei, könne das Material wieder atmen, erläutert der Baufachmann.

Die Denkmalschutzbehörde gab die exakten Farbtöne für die Mauerfugen vor. „Wir verwenden braunen Niederweimarer Sand“, erläutert Irle. Sein Kollege Andreas Tritter mischt den Mörtel in einem Eimer. Frank Schmid bearbeitet einige Meter weiter Mauersteine: Sein Arbeitsplatz ist an diesem Morgen ein Rundbogenfenster. Griffbereit neben sich ein Zerstäuber mit Wasser.

In Kürze ist der Schornstein an der Reihe

Auf dem Plateau hoch über dem Werbetal lasse es sich ungestört arbeiten, ohne große Beeinträchtigungen für die Bewohner, sagt Sebestyen. „Unsere letzte Baustelle war eine Kirche in Paderborn, mitten in der Stadt.“

Der Schornstein von oben: Hartmut Irle auf der Arbeitsplattform in aussichtsreicher Höhe. 

Voraussichtlich nächste oder übernächste Woche geht es an den Schornstein der Klosterruine. „Mal schauen, was da gemacht werden muss“, sagt Irle vorsichtig. Davon hänge der weitere Zeitplan ab. Ein Statiker habe bereits die Tragkraft des Schornsteins geprüft. Wie er für die nächsten Jahrzehnte gesichert wird, entscheidet die Bezirksdenkmalpflege.

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