Arbeitsreicher Start für den 53 Jahre alten Sachsenhäuser

Durchgestartet: Jürgen Vollbracht über 100 Tage Bürgermeister in Waldeck

Über 100 Tage im Amt: Waldecks Bürgermeister Jürgen Vollbracht hat die politische Schonfrist hinter sich. Etliche Themen in seiner kurzen Amtsperiode drehten sich um den Tourismus am Edersee. Foto: Conny Höhne

Waldeck – Die politische Schonfrist ist für Jürgen Vollbracht offiziell beendet: Der 53-Jährige Sachsenhäuser ist seit über 100 Tagen Bürgermeister der Stadt Waldeck.

Ruhig war der Neustart für den Christdemokraten nicht. Etliche Themen beschäftigten den neuen Rathauschef in den ersten drei Monaten seiner Dienstzeit.

Ein Schwerpunkt war die geplante Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Die Suchkulissen in der Waldecker Gemarkung wurden ausgiebig diskutiert und erörtert.

Herzensangelegenheit ist der Tourismus: Die Beteiligung der Ferienstadt an der neuen Marketinggesellschaft für den Edersee war ein  Thema. Und bei der Entwicklung der Halbinsel Scheid habe die Stadt einen großen Schritt nach vorn getan, verweist der Bürgermeister auf den Start für das Projekt „20 Ways Of Life“ und einen weiteren Grundstückserwerb an der Liegewiese.

Intensiv ging es immer wieder um Zahlen und Kosten, unter anderem bei der wieder aufgenommenen Vereinsförderung oder anstehenden Satzungsänderungen. Das Stadtparlament stimmte inzwischen der Befreiung von Kindergartengebühren zu und beschloss günstigere Eintrittspreise für das Freienhagener Schwimmbad – mit einem Feierabendtarif. Grenztrail und die neue Kommunalwald GmbH waren weitere „dicke Brocken“ für die politischen Debatten in Waldeck.

Der Bebauungsplan in Waldeck am Schindegraben wurde auf den Weg gebracht, andere Pläne seien noch in Arbeit. Unter den Nägeln brennt dem Bürgermeister die seit langem anvisierte Bebauungsplan-Änderung auf der Halbinsel Scheid. Die zugelassenen 60 Quadratmeter Wohnraum für Wochenendhäuser seien längst nicht mehr zeitgemäß. Eine Änderung mit angepassten Zahlen soll den Besitzern „die Möglichkeit geben, ihre Häuser zu modernisieren und zu erweitern“. Zudem sollten bereits stattgefundene Erweiterungen nachträglich legalisiert werden.

Viele unterschiedliche Themen hat der ausgebildete Landwirtschaftsmeister in seiner kurzen Amtszeit bereits beackert. „Die Herausforderungen des Bürgermeisteramts sind vielseitig,“ bescheinigt der 53-Jährige. „Einen Großteil meiner Arbeit habe ich mir so vorgestellt, anderes habe ich dazu gelernt“, sagt das langjährige Kreistagsmitglied.

Kritiker hätten ihm bei seiner Kandidatur nicht zugetraut, die Verwaltung der 6900-Einwohner-Stadt zu führen, sagt der Sachsenhäuser mit einem Schmunzeln. Das sei aus seiner Sicht aber reibungslos gelungen. Der Chef von über 80 Mitarbeitern in Voll- oder Teilzeitbeschäftigung in Rathaus, Bauhof und Kindergarten spricht von einem „guten Miteinander“.

Die Ziele für die weitere Amtszeit sind gesteckt. Tourismusförderung und neue Bauplätze stehen ganz oben auf der Liste. Bei einem neuen Baugebiet stehe die Stadt kurz vor dem Abschluss. Ein Engpass bestehe im größten Waldecker Stadtteil. „In Sachsenhausen gibt es keinen einzigen Bauplatz mehr, und die letzte Gewerbefläche ist verkauft.“

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