Protestanten, Katholiken und Freikirchliche willkommen

Christin oder Christ als neue Seele fürs Netzer Hospitalhaus gesucht

Hoffen auf neues Leben im Hospitalhaus: Pfarrer Til Anders Follmann, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Friedrich Hofmann, Küsterin Frieda Trappmann und Kirchenvorsteherin Margret Schreff. Foto: Conny Höhne

Waldeck-Netze. Die Zeit, in der Diakonissen das kirchliche Leben in Netze prägten, ist vorbei. Vor einem Dreivierteljahr beendete die letzte Diakonisse ihren Dienst, eine Nachfolgerin ist nicht in Sicht.

Von Conny Höhne

Die Kirchengemeinde will neue Wege gehen und sucht nach Interessenten ohne kirchliche Ausbildung, die in das Hospitalhaus einziehen und gleichzeitig die von Zisterzienserinnen überlieferten Klostertraditionen fortführen.

„Das Hospitalhaus wurde im 16. Jahrhundert als Armenhaus eingerichtet“, erläutert Pfarrer Til Anders Follmann die Geschichte. Heute ist das Fachwerkhaus nach grundlegender Sanierung ein kleines Schmuckstück mit fünf Zimmern, zwei Bädern und einem Gebetsraum. Die bisherigen Bewohnerinnen und Bewohner hielten an alten Traditionen fest. Dreimal täglich zählten Stundengebete zu ihren Pflichten, Besucher der Klosterkirche mit dem bekannten Flügelaltar von 1370 wurden empfangen, der Garten gepflegt und das Leben im Dorf mitgestaltet.

Aber der Kontakt zum Mutterhaus sei inzwischen abgerissen, trotz langer Suche sei keine Diakonisse bereit für den Dienst, bedauert Pfarrer Follmann. Mitglieder des Kirchenvorstands übernehmen derzeit einige Aufgaben in abgespeckter Form. Jetzt will die Kirchengemeinde als Eigentümerin des Hospitalhauses ihren Fokus auf andere Zielgruppen legen. Gesucht werden interessierte Menschen, die sich in das Gemeindeleben einbringen wollen, einige Pflichten übernehmen und dafür eine geringere Miete zahlen.

Kirchenvorstand unterstützt

„Es kann eine einzelne Person sein, aber auch eine Familie“, verweist Küsterin und Kirchenvorstandsmitglied Frieda Trappmann auf über 120 Quadratmeter Wohnfläche. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Friedrich Hofmann, ergänzt: „Es sollte ein gläubiger Mensch sein, der Interesse an der Kirche hat.“

Einzige Voraussetzung ist die christliche Religion. Der evangelischen Kirchengemeinde seien aber auch Katholiken und Christen Freikirchlicher Gemeinschaften willkommen, betont Follmann. „Es geht uns um den Erhalt des Gebäudes und um die Belebung des Kirchenlebens.“ Der Kirchenvorstand sichere auch weiterhin seine Unterstützung zu, unterstreicht Kirchenvorstandsmitglied Margret Schreff.

Kontakt und Informationen gibt es beim Waldecker Pfarramt unter Tel. 05623/5405, bei Friedrich Hofmann, Tel. 05634/995546 oder Frieda Trappmann, Tel. 05634/7263, per Mail unter tilfollmann@t-online.de oder im Internet unter www.kirche-waldeck.de.

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