Herrenhaus des alten Höringhäuser Hofgutes:

Destillerie, Kaffee-Rösterei und Markt geplant in Waldeck nahe dem Edersee-Bahnradweg

Herrenhaus des früheren Hofgutes von Waldeck-Höringhausen
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„Zu verkaufen“ verkündete am Freitagmorgen noch ein Schild am Höringhäuser Herrenhaus, doch durch die Entscheidung der Stadtverordneten vom Donnerstagabend war die Info überholt.

Das alte Höringhäuser Herrenhaus wird an einen Investor verkauft, der dort in Nähe des Ederseebahn-Radweges Brauerei, Destillerie, Kaffee-Rösterei, Markt und mehr plant.

  • Die Waldecker Stadtverordneten haben dem Verkauf des alten Höringhäuser Herrenhauses am Dorfplatz und nahe dem Edersee-Bahnradweg zugestimmt
  • Dort sollen unter anderem eine Destillerie und Brauerei, eine Kaffee-Rösterei mit Gastronomie, ein regelmäßiger Regionalmarkt auf der Freifläche, Büros und Tagungsräume entstehen.
  • Geplant sind auch einige Neubauten auf benachbarten, mitverkauften Flächen von knapp 4000 Quadratmetern.

Waldeck – „Wir begrüßen, dass im Zentrum von Höringhausen doch noch was zu retten ist“, kommentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Latif Hammamiyeh Al-Homssi in der Stadtverordnetenversammlung den Beschlussantrag des Magistrates der Stadt Waldeck zum Verkauf einschließlich knapp 4000 Quadratmetern benachbarter Freiflächen. Gesamtpreis: 50 000 Euro. Die Fraktionen votierten einstimmig mit „Ja“.

Der Investor hat sein Nutzungskonzept für das Objekt nahe dem Edersee-Bahnradweg in Magistrat, Ortsbeirat und Ausschüssen der Stadt Waldeck vorgestellt. Geplant sind eine kleine Brauerei und Destillerie, eine Kaffeerösterei mit Gastronomie, Büros, Veranstaltungs- und Tagungsräume. Ein Teil dieser Inhalte findet Platz in Neubauten. Auf der Freifläche soll ein regelmäßiger, regionaler Markt Kundschaft anlocken.

Die Stadt Waldeck kaufte vor Jahren das Herrenhaus nahe dem Edersee-Bahnradweg

Von diesen Plänen erhoffen sich Magistrat und Stadtverordnete der Stadt Waldeck eine Belebung des Höringhäuser Dorfplatzes mit Magnetwirkung auch in Richtung des Edersee-Bahnradweges. „Offiziell war die Dorferneuerung zwar 2016 beendet, doch eigentlich kommt sie erst jetzt zum Abschluss, wenn das Konzept funktioniert“, brachte Peter Trietsch (Grüne) die Erleichterung der Stadtverordneten auf den Punkt. „Wir haben viele Jahre darum gerungen und hoffen, dass es nun klappt“, unterstrich Michael Keller (CDU).

Die Stadt Waldeck hatte im Zuge der Dorferneuerung seinerzeit das marode fürstliche Hofgut gekauft und mit Ausnahme des Herrenhauses abgerissen. Eine große Freifläche, nutzbar für Feste aller Art, eine Veranstaltungsscheune und weitere Elemente prägen heute den Dorfmittelpunkt, der unweit des Edersee-Bahnradweges liegt.

1 bis 1,5 Millionen Euro allein für Sanierung des Herrenhauses nahe dem Edersee-Bahnradweg nötig

Als „Klotz am Bein, den wir nun endlich loswerden“, wie Martin Merhof (FDP) meinte, verblieb seitdem aber das mehr und mehr in sich zusammen fallende Herrenhaus. „Man sieht, es ist richtig, dass die Stadt Risiken eingeht. Ohne Ankauf und Abriss des Hofgutes durch uns keine Entwicklung“, fügte er hinzu. Es gelang der Stadt Waldeck zunächst jedoch nicht, für dieses einzelne Gebäude einen Käufer und Nutzer zu finden. Seniorenwohnen war nur eine der vielen Ideen, die den Weg in die Realität nicht schafften.

Der schlechte Zustand des Herrenhauses inklusive der Bausubstanz in Kombination mit den Auflagen des Denkmalschutzes erfordern für ein Wiederbeleben des Komplexes ein Investitionsvolumen von 1 bis 1,5 Millionen Euro,. Das hat der Magistrat ermittelt. Vor diesem Hintergrund habe sich herauskristallisiert, dass ein Umnutzen des Herrenhauses ohne Neubauten auf benachbarten Flächen nicht rentabel möglich sei , erläuterte das Gremium in seinem Papier.

Stadt Waldeck verhandelte zuletzt mit zehn Interessenten

Zuletzt verhandelte die Stadt Waldeck mit zehn Interessenten, berichtete Bürgermeister Jürgen Vollbracht: „Darunter waren solche, die noch weitaus größere Flächen dazu kaufen wollten, einschließlich der Scheune.“ Größere Wohnanlagen schwebten Investoren vor, doch solche Ansätze seien nicht auf Gegenliebe gestoßen.

Martin Schwechel (FWG) regte an, dass eine gemeinsame Zufahrt von Westen her zum Dorfplatz und zum Herrenhaus geplant werden könnte. Auf seine Nachfrage antwortete der Bürgermeister zudem, dass die Fitnessgeräte nahe der Scheune ihren Standort behielten. (Matthias Schuldt)

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