Mischlingsrüde unterstützt Frauchen im Unterricht

Ein echter Streber: In Waldeck am Edersee streichelt Schulhund Mika die Schülerseele

Ein „Mika-Dienst“ trägt Verantwortung fürs Wasser und das Körbchen von Dajana Büchses Hund, der Frauchen zweimal die Woche zur Schule begleitet..
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Ein „Mika-Dienst“ trägt Verantwortung fürs Wasser und das Körbchen von Dajana Büchses Hund, der Frauchen zweimal die Woche zur Schule begleitet..

„Wenn Schulhund Mika da ist, haben wir viel mehr Spaß beim Lernen. Er macht uns Mut und gibt uns Kraft“, erklärt Alicia Neumann in Sachsenhausen in Waldeck am Edersee.

Sachsenhausen – Sie geht in die siebte Klasse im Schulzentrum an der Warte im Stadtteil Sachsenhausen von Waldeck am Edersee. Seit drei Jahren versieht Mika seinen Dienst in der früheren Mittelpunktschule. IIm achtjährigen Mischlingsrüden stecken ein Kleinpudel und ein Havaneser. Er begleitet seine Besitzerin Dajana Büchse, die am Schulzentrum Französisch, Deutsch und Religion unterrichtet und zudem für die Bibliothek zuständig ist, meist am Dienstag und Mittwoch in den Unterricht. „Die wichtigste Voraussetzung ist der Charakter des Hundes. Er ist sehr geduldig und lässt sich gern streicheln. Ich habe immer darauf geachtet, dass er viel Kontakt zu Kindern hat“, erläutert Dajana Büchse. Da Mika keine Haare verliert, brauchen sich auch Allergiker nicht von ihm fern zu halten..

Im Unterricht mit Mika haben die Schüler besondere Regeln zu beachten. So gibt es einen „Mika-Dienst“, der ihn mit frischem Wasser versorgt, sein Körbchen platziert den Mülleimer von Essensresten frei hält.

Das Körbchen ist Schulhund Mikas Ruhezone

„Das Körbchen ist Mikas Ruhezone. Wenn er dort liegt, darf er nicht gestört werden“, erklärt Dajana Büchse. Außerdem darf er nicht hochgehoben oder festgehalten werden: „Er sucht sich aus, zu wem er geht. Er kommt aber in der Regel zu allen Schülern, dadurch ist die ganze Klasse einbezogen und motiviert.“ Dies stärke die Klassengemeinschaft.

Lehrerin Dajana Büchse bringt Mika zweimal in der Woche mit in den Unterricht.

Allerdings soll der Hund nicht im Mittelpunkt des Unterrichts stehen, denn die Streicheleinheiten für ihn werden nebenbei verabreicht. Mika meidet Schüler, wenn sie zu laut sind oder sich streiten. Dajana Büchse: „Dadurch lernen die Schüler, dass sie sich anders verhalten müssen, damit Mika zu ihnen kommt.“ Die Schüler spüren die Folgen ihres eigenen Verhaltens unmittelbar und üben wie nebenbei Selbstkontrolle.

Sogar während der Französisch-Arbeit lässt sich Mika streicheln

Gerade wenn Arbeiten geschrieben werden müssen, ist Mika auf Wunsch der Schüler fast immer anwesend. „Mika beruhigt uns, ist gegen die Aufregung eine Kraftquelle und sorgt für Entspannung“, berichtet Juli Marzahn. Ihre Klassenkameradin Alicia Neumann schließt sich dem an: „Mika hat ein Gespür für aufgeregte Schüler. Letzte Woche in der Französischarbeit hat er sich zu mir gesetzt, ich konnte ihn streicheln und so die Arbeit entspannter und besser schreiben.“

Mika werde immer mal wieder in den Unterricht integriert , erzählen die beiden Schülerinnen weiter. So „verfasste“ er einen Brief auf Französisch an die Schüler, in dem er sich, seine Familie und Freunde vorstellte. Die Schüler erschlossen sich mit dieser Übung neues Vokabular, da sie Mika kennen und von daher wussten, was er wohl in etwa zu erzählen hätte. Den Brief nutzten sie als Mustertext. „So etwas machte mehr Spaß als Aufgaben aus dem Buch“, betont Alicia Neumann. Privat trainiert Dajana Büchse viel mit Mika, der sich auch mit anderen Hunden und Tieren sehr gut versteht. Der lerneifrige Hund unterscheidet sein Spielzeug und putzt sich nach dem Spaziergang die Pfoten von selbst auf seiner Fußmatte ab. (Jörg Schüttler)

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