Pfarrer betreuen bis zu sechs Gemeinden

Kirchengemeinde Waldeck steuert mit Reform dem Mitgliederschwund entgegen

Sparkurs: Die Kirchengemeinde Waldeck setzt auf Synergien und Steuervorteile. Die Seelsorgebezirke sind neu zugeschnitten, unter anderem für Freienhagen.
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Sparkurs: Die Kirchengemeinde Waldeck setzt auf Synergien und Steuervorteile. Die Seelsorgebezirke sind neu zugeschnitten, unter anderem für Freienhagen (Foto).

Neue Gemeindestrukturen im Kirchenkreis Eder sollen den demographischen Wandel abfedern. In der neuen, großen Kirchengemeinde Waldeck ist der Reformkurs eingeleitet.

  • In 2020 wurde die neue Kirchengemeinde Waldeck mit drei Seelsorgerbezirken und rund 4000 Mitgliedrn gegründet.
  • Mit einer Neustrukturierung reagiert die Kirchengemeinde auf die sinkenden Mitgliederzahlen.
  • Ziel ist es, bis zum Jahr 2023 insgesamt 1,5 Pfarrerstellen einzusparen.

Waldeck/Edertal – In 2020 ist deshalb die große Kirchengemeinde Waldeck mit drei Seelsorgerbezirken und insgesamt rund 4000 Mitgliedern entstanden. Ziel ist es bis 2023, eineinhalb Pfarrstellen einzusparen, sagte der Waldecker Pfarrer Til Anders Follmann.

Zahl der Gemeindemitglieder entscheidend für Pfarrstellen

Hintergrund ist der anhaltende Mitgliederschwund. Die Zahl der Beerdigungen werde schon lange nicht mehr durch Taufen ausgeglichen. Hinzu kommen Landflucht und mehr Kirchenaus- als -eintritte. „Diese Entwicklung hat sich in den letzten fünf Jahren verschärft und wir mussten darauf reagieren.“ Die Zahl der Gemeindemitglieder sei entscheidend für Pfarrstellen und Personal. „Schwindende Kirchenmitgliedschaft bedeutet weniger Geld – Kirchensteuer –, um Pfarrer und Pfarrerinnen zu bezahlen.“

Durch reduzierte Pfarrstellen stehe weniger Personal für die größer werdenden Gebiete bereit. „Wir erhoffen uns eine höhere Finanzzuweisung und Synergieeffekte, um die Grundaufgaben überhaupt schultern zu können,“ begründet der Pfarrer die Reform. Für weitere Überlegungen wurde eine Kooperation mit mehreren Vöhler Ortsgemeinden gegründet.

Sonntagsgottesdienste in Gemeinden nur noch 14-tägig

In finanzieller Hinsicht müssten sich die Gemeinden zur Decke strecken, denn in mehreren Orten stünden umfangreiche Baumaßnahmen an. Um Mehrarbeit aufzufangen, finden Sonntagsgottesdienste in den Gemeinden nur noch 14-tägig statt. Digitalisierung gewinnt an Aktualität.

Aufgaben werden geteilt, damit die Menschen überhaupt noch persönlich begleitet werden können: Für Konfirmanden- und Jugendarbeit ist in Waldeck, Netze, Freienhagen, Buhlen, Böhne, Dehringhausen, Sachsenhausen mit Selbach und Alraft schwerpunktmäßig Pfarrerin Ursula Christiane Nobiling zuständig. „Bei neun Ortsgemeinden erschien dem Kirchenvorstand Waldeck die Betreuung in einer Gruppe an einem Ort als einzige personell leistbare Option.“ Die Konfirmationen finden aber in den Gemeinden statt.

Neue Zuständigkeiten in Freienhagen und Dehringhausen

Das Altenheim Sachsenhausen und Seniorenarbeit in Waldeck, Netze, Freienhagen, Buhlen, Böhne, Dehringhausen, Sachsenhausen mit Alraft und Selbach obliegen zunächst Pfarrer Follmann.

Er hat im November zusätzlich zu seinen Gemeinden Waldeck, Netze, Buhlen, Böhne auch Freienhagen und Dehringhausen übernommen. Eine ähnliche Expansion folgt in zwei Jahren. Pfarrerin Nobiling, die von Freienhagen nach Sachsenhausen wechselte und auch Alraft und Selbach betreut, übernimmt dann Niederwerbe, Ober-Werbe, Basdorf, wenn der dortige Pfarrer Hohmeister in Ruhestand geht. Dann hat auch sie sechs Gemeinden..

Reformkurs in Kirchengemeinde Waldeck bis 2023

Die neue Kirchengemeinde Waldeck besteht aus den Waldecker Stadtteilen mit Ausnahme von Höringhausen, aber plus die Edertaler Ortsteile Böhne und Buhlen. Sie besteht aus drei Seelsorgebezirken: Waldeck mit den Ortskirchengemeinden Waldeck, Netze, Freienhagen, Buhlen, Böhne und Dehringhausen (betreut von Pfarrer Follmann); Sachsenhausen mit Selbach und Alraft (Pfarrerin Nobiling); Niederwerbe mit Basdorf und Oberwerbe (Pfarrer Werner Hohmeister).

Der Kirchenvorstand zählt 26 Personen. Es gibt zehn Ortskirchenbeiräte, jeweils einer pro Ort. Die Beiräte begleiten ihre Gemeinden und leiten Wünsche an den Kirchenvorstand weiter, die diese einvernehmlich mit ihnen beschließt oder weiterentwickelt. Geschäftsführender Vorsitzender ist Pfarrer Hohmeister bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand in 2023. Danach gibt es nur noch zwei Seelsorgebezirke: Waldeck, Netze, Freienhagen, Buhlen, Böhne und Dehringhausen (Follmann) sowie Sachsenhausen, Alraft, Selbach, Niederwerbe, Oberwerbe und Basdorf (Nobiling).  höhl

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